Der Garten im März / our garden in March

(English version follows below)

Im März hat sich in unserem Garten noch nicht so furchtbar viel getan, muss ich sagen. Das liegt vor allem am Wetter, denn es ist nach wie vor recht kalt, in den letzten Tagen hat es tatsächlich nochmal geschneit. Einen warmen Tag hatten wir, und danach brach es wieder ein. Aber ich beschwere mich nicht – mir ist es lieber, wenn der Winter etwas länger geht, als wenn dann im April alle Obstblüten erfrieren und es keine Äpfel und Birnen gibt, so wie letztes Jahr.

Ein bisschen hat sich ja trotzdem getan. Beziehungsweise wurde getan. Da wir Anfang April im Urlaub sind und ich ja vor Ostern tatkräftige Unterstützung meiner Eltern hatte, sind bereits alle 160 140 (ein paar wurden ausgebuddelt und in der Familie weitergereicht) Rosen zurückgeschnitten. Die scheinen die kalten Nächte im Februar ohne zusätzlichen Schutz überstanden zu haben. Die Arbeit im Rosenbeet ist ja immer Anlass für Kommentare der Vorbeigehenden. Zum Beispiel von unserer alten Nachbarin, die zufrieden meinte, jetzt wo die Rosen klein sind, könnten wir ja auch mal den ganzen Mist wegharken. Damit meinte sie unter anderem die kleinen Blausternchen, die ich ganz sicher nicht wegharke! Was ich stattdessen mit grimmiger Miene beseitige, sind die zahlreichen Zigarettenkippen, die dauernd auf unser Grundstück geworfen werden. Echt mal!

Mein Vater hat währenddessen den Carport gefegt, dort hatte der letzte Sturm säckeweise trockene Blätter von den Nachbarn reingpustet. Und wir haben ein weiteres Projekt angefangen: am Ende des Grundstücks, wo wir letztes Jahr schon unser blaues Gartentor gebaut haben, wollen wir statt des ollen Drahtzauns eine Totholzhecke haben. Dafür ließen wir uns von einer Arbeitskollegin drei Anhänger voller Eichenäste anliefern, die wir jetzt zerkleinern und fein aufschichten müssen (nebenbei fragt mich eine kleine Stimme im Hinterkopf, weshalb wir letzten Herbst das Geld für einen Container ausgegeben haben um die ganzen gefällten Bäume zu beseitigen...Psst, Ruhe da oben!). Das Zerkleinern geht ganz gut und es sieht viel besser aus als der alte Zaun. Ab und an bauen wir kleine Tunnel ein, damit auch weiterhin alle Tiere rein und raus können. Bevor wir aber unsere eigenen Totholzsstapel auf die Hecke umschichten, muss das Wetter erst wärmer werden, damit auch ja alle Gartenbewohner aus ihrer Winterpause aufgewacht sind. Apropos Gartenbewohner: neulich haben wir einen Zaunkönig im Garten gesehen. Der wird sich hoffentlich auch über die neue Hecke freuen!

Und was blüht so im März? Krokusse! Schneeglöckchen! Und die ersten Blausternchen. Hach, Blausternchen sind super! Ansonsten sind die Tulpen alle ein Stückchen weiter rausgekommen, und zwei meiner Zierlauchzwiebeln haben ausgetrieben. Wo die anderen vier abgeblieben sind, weiß ich nicht, aber ich habe da so meine Vermutungen. Unser kleines Staudenbeet vor dem Haus beherbegt nämlich nicht nur massenweise Giersch und Schnecken, sondern anscheinend auch einen Maulwurf und zahlreiche Mäuse. Und das alles auf geschätzten vier Quadratmetern…Vielleicht wollen die Mäuse ja auch irgendwann lieber zur Totholzhecke?

Und die ersten Bärlauchblätter sind draußen. Allerdings nicht für lange – zack, frische Bärlauchbutter zu Ostern, das passt!

Und eigentlich wäre es allerhöchste Zeit, ein paar Sachen für das Gemüsebeet vorzuziehen, aber das muss noch warten, bis wir aus dem Urlaub wieder zurück sind. Im April geht es dann richtig los, hurra!

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Die Tulpen leiden im Vorgarten immer etwas, weil sie mitten auf dem Rasen in der Laufschneise der Kinder wachsen / The tulips in our front yard are suffering each spring as they are growing in the middle of the childrens’ usual path to the carport.

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Anfang März / beginning of March

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Mitte März / middle of March

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29. März / 29th of March…

 

Honestly, March hasn’t really caused a breakthrough in our garden. The weather is to blame – it is still rather cold and during the last days it was snowing again. There were one or two warm days, but then the temperature dropped again. But I’m not complaining! Last year, it was too warm in February and March and when it suddenly got cold again all the blossoms froze and there were barely any apples or pears.

A little bit has been going on anyway. Especially when it comes to garden work. As we are going on holiday in April, I have already cut down all the 160 140 roses (a few moved into the gardens of other family members). This year, I had great help by my mother, which made this task so much easier. And it looks like the roses have survived the cold period in Februar without any damages, phew. Working with the roses in the front yard always causes curious comments and advice by the people walking by. For instance by our former neighbour, who happily stated that, now that the roses are cut down, we can finally get rid of all  the rubbish – and she pointed at all the little tips of  the ageratum. Which I am most definitely not getting rid of! What I am getting rid of is rubbish indeed: all the old cigarettes which people are throwing into our garden. Seriously, people?

My father deserves some aknowledgement too, as he was cleaning our carport where the last storm had blown plenty of old leaves into. And he helped us with our newest big project: in the backyard, where we built our little blue gate last year, the old and ugly wire netting is supposed to be replaced by a dead hedge. For that purposes, a work colleauge of Karsten delivered three trailers full of oak branches, which now need to be cut and neatly piled up (in the meantime, a mean little voice in the back of my head is wondering why we paid for a container last autumn to get rid of all the cut-down trees…ssh, silence back there!). By now, we are almost done with the oak branches and it looks really good so far. Before we start to relocate our own wood and leaf piles, we need warmer temperatures to make sure that every garden inhabitant has woken up from their winter pause. Talking about garden inhabitants: we recently spotted a wren! Hopefully, it’ll be happy about the dead hedge.

And what is blooming in March? Crocus(ses?)! Snowdrops! And the first scillas (ageratum). Ah, I love them, I really do! Apart from that, the tulips are continuing to make their way up, and I spotted two of my newly planted Persian Onions. However, I don’t know where the other four bulbs are, but certain assumptions come to mind given that the flower bed in our front yard does not only inhabit lots of snails and bishopweed but by now also a mole and several mice. And all that on estimated four square meters…maybe the mice care to move to the dead hedge?

Oh, and the first wild garlic is growing! But not for long – voilá, fresh garlic butter for our Easter brunch!

And actually it’s high timeto start to grow some vegetables and flowers on our window sill, but I’ll still wait until we are back from our holiday in April. But then, then stuff will start to grow, horray!

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vorösterliches Dies und Das /pre-Easter stuff

(English version follows below)

  • Heute morgen war es draußen komplett weiß. So richtig weihnachtlich! Ich tippe auf ca 10 Zentimeter Neuschnee – höchst ungewöhnlich in diesen Breiten. Durch die gängigen 2 Grad plus war aber alles schon wieder am Tropfen und auf der Straße gab es ein lustiges Gerutsche (bei Plusgraden scheinen sich die Räumfahrzeuge nicht zu bemühen, auch wenn eine dicke, rutschige Schneeschicht auf den Straßen liegt). Aus der Zufallswiedergabeliste sang dazu Rio Reiser was von Frühlingssturm.
  • Bisher war das Osterwochenende komplett frei von Terminen, aber weil ich bereits jetzt den alljährlichen Osterbrunch mit Freunden vermisste, haben wir spontan für Sonntag zwei internationale Arbeitskollegen zum Brunchen eingeladen. Jetzt überlege ich, ob ich mich an einen gefüllten Osterzopf wage oder nicht.
  • Ich habe mich mit Kibbelkabbel und Pickpahl vertraut gemacht: es sind beides Spiele, bei denen angespitzte Holzpflöcke durch die Luft fliegen. In dem einen Fall muss auch noch versucht werden, den angespitzten Holzpflock zu fangen. Diese Spiele Grundschülern bei einer Museumsführung anzubieten ist ja auch Wahnsinn etwas gewagt. Notiz an mich selber: Ich sollte die Sache mit der Haftpflichtversicherung nochmal klären….
  • Der Hobbit hat es geschafft, eine leere Klorolle aufzuweichen und sie in das Überlauf-Loch des Waschbeckens zu stopfen.
  • Ich habe zum ersten Mal abends mit meinen Neffen, meiner Nichte und meinem Bruder ein Daddel-Date online gehabt. Nach diversen Begrüßungstänzen haben wir erfolgreich einen Würgedorn  bekämpft. Online-Spiele sind mir bisher neu, aber ziemlich faszinierend, muss ich ja zugeben.
  • Vor unserer Terrassentür steht gerade ein Teller mit gesalzenen Seesternen. Eine besondere Osterspezialität, mag man denken. Eigentlich aber ein Mitbringsel der Großen vom Strand – da waren sie allerdings noch ungesalzen, dafür stanken sie gottserbärmlich. Nun haben wir uns schlau gemacht und die Sterne erstmal in etwas Brennspiritus eingelegt (die Große hat übrigens nur tote Seesterne mitgenommen, keine Sorge!). Und später, wenn sie trocken sind und nach Meer und Salz und Brennspiritus duften, werden sie dann….mh, ja, wo eigentlich?….aufs Fensterbrett?…aufs Regal?….auf den Tisch?….naja, halt irgendwo hingelegt

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  • This morning, the world outside was white again. It was a real christmas feeling! I would guess we had at least ten centimeters of snow last night – which is very unusual for this region even in winter. Due to the usual 2°Celsius (plus) it was melting already and driving was a bit of a challenge this morning (apparently, the snow ploughs can’t be bothered when having temperatures above zero, even if there’s a thick, slippery layer of snow and ice on the streets). In the radio, Rio Reiser was singing about a spring storm.
  • So far, our Easter holidays had been without any plans. But since I already started to miss our traditional Easter breakfast with friends, we spontaneously invited two international colleauges from work for brunch. Now I’m still debating whether I should to bake a filled plaited yeast bun.
  • I have made myself familiar with Kibbelkabbel and Pickpahl – two children games which were apparently played by our grandparents and great grandparents. They are supposed to be part of a guided tour – the games, not the grandparents – but both involve throwing sharpened wooden stakes. In one case, the children are even supposed to catch the sharpened stake, which seems rather crazy adventurous to me. Note to myself: check out the liability issue again….
  • The hobbit managed to moisten an empty toilet paper role and pushed it into  the overflow-hole of the sink.
  • For the first time in my life, I met with my nephews, my niece and my brother yesterday evening in order to play an online game. After several enthusiatic welcome dances we successfully killed a chokethorn. It’s my first online game and I must admit to be quite fascinated.
  • There is a plate with salted sea stars in front of our door. A special Easter treat, one might think. But actually, they were a gift for me by the little one who collected them at the beach – at that time unsalted but with a rather dreadful smell. Now we educated ourselves, bathed them first in methylated spirit and let them dry now (with salt). (I hope it goes without saying that the little one only collected dead sea stars!). And later, when they are dried and smell like sea, salt and methylated spirit, we put them….well, where do we actually put them?….the window sill?….the cupboard?…the table?….well, we’ll put them somewhere!
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kryptisch / cryptic

(English version follows below)

Heute habe ich etwas über Riffeln, Rotten, Brecheln und Hecheln gelernt. Kann ich jetzt alles in der Theorie. Hätte ich ja auch nie gedacht, das ich sowas mal weiß. Und Brecheln hat noch nicht mal was mit unserem derzeitigen Krankheitsstand zu tun, auch wenn beide Kinder heute abend über Bauchweh geklagt haben (was mich schon wieder ganz wuschig macht, denn morgen müsste ich Pickpahl und Kibbelkabbel üben).

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(For the English reader: Today, I continued improving my knowledge for my future work as interpreter. I learned the different steps in the making of linen, which have rather ridiculous terms in German which I can’t translate. Just know that I would have never expected to be an expert in this field, but hey, that’s life!).

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der Osterhase / Easter bunny

(English version follows below)

Wie angekündigt ist es trubelig im Leben und daher ruhig hier auf dem Blog. Nebenbei geht außerdem der Krankheitsmarathon munter weiter – nachdem wir schon dachten, wir seien für dieses Jahr durch, halten Magendarmgrippe und mal wieder ein paar dicke Erkältungen in unserem Hause Einzug. So langsam wird man stoisch.

Davon mal abgesehen wird bei uns munter spazierengegangen, Geburtstag gefeiert und viel genascht, es werden Ausflüge gemacht nach Flensburg und an den Strand, und es wird fleißig im Garten gearbeitet. Darüber bald mehr.

Und neulich früh am Morgen standen alle begeistert am Fenster, denn da hoppelte tatsächlich der Osterhase durch den Garten und suchte nach guten Verstecken. Schokoladeneier hat er aber noch nicht verloren.

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Our life is, as announced, lively and colorful these days and therefore it is quiet on the blog. Besides, we happen to continue our marathon of sicknesses – for a few days we thought that the season is over, but no, haha, what were we thinking? By now, a stomach bug and several nasty colds are having a party here. Slowly, we are learning to deal with it rather stoically.

Apart from that, we are well. The days are filled with walks, birthdays and sweets, we are doing trips to Flensburg and to the beach, and everyone is busy working in the garden (I’ll write more about the garden later).

And one morning, all of us were looking out of the window and got excited as the Easter bunny was hopping around, checking our garden out for good hiding places. So far, he hasn’t left any chocolate eggs, but we are sure he’ll be back next weekend!

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erste Male / firsts

(English version follows below)

Gestern Abend kurz vor dem Schlafengehen das erste Mal mit Karsten zusammen über eine Handy-App der ISS live den Sonnenaufgang über Japan aus dem Weltall beobachtet. Gibt schon echt coole Sachen heutzutage!

(Und als ob es nicht cool genug wäre, war das auch noch mein 500. Blogbeitrag)

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For the first time, shortly before falling asleep yesterday evening, Karsten and I watched the sunrise over Japan live from space via an ISS app. So cool!

(And to make it even cooler: this is also my 500th blog post)

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Frühling (in der Theorie) / spring (in theory)

(English version follows below)

Gleiche Zeit ein Jahr später: heute wird im Wald der Froschzaun aufgebaut! Ich bezweifle allerdings, dass die Frösche schon hüpfen, denn hier sinkt die Temperatur gerade wieder unter Null und für das Wochenende ist Schnee angesagt. Dazu weht ein eisiger Wind, und zwar so stark, dass die Waldkinder heute zur Notunterkunft marschieren. Auf dem Parkplatz im Wald waren nicht nur die Froschzaun-Aufbauer unterwegs, sondern auch ein Auto von der Stadt, um die runtergefallenen großen Äste wegzuräumen. Der Norweger-Pulli, den ich vor dem Wegbringen der Kinder draußen in den Garten gehängt hatte, war bei meiner Rückkehr komplett steifgefroren. Und unten klappert seit gestern Abend unser Briefkasten vor sich hin.

Für die nächsten Tage ist volles Programm angesagt: heute kriegt die Große Besuch von drei Freundinnen, Karsten geht abends das erste Mal in seinem Leben Lasertag spielen, morgen sind wir ab mittags zu einer großen Party eingeladen (70 geplante Gäste, einfach mal so, der Plan war, den Nachmittag mit Lagerfeuer und Stockbrot im Garten zu verbringen, nun ist Schneeregen angesagt), und am Sonntag fahren wir nach Hamburg zur Taufe von Karstens Patenkind. Am Montag kommen dann die Großeltern zu Besuch. Eventuell bleibt es also in den nächsten Tagen etwas stiller hier 🙂

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Same time, just one year later: the town is putting up the frog fence (do you actually say that in English?) today! However, I doubt that there will be many frogs jumping around these days as the temperature is dropping below zero again. An icy wind is blowing, and with such a force that the forest kindergarden has to walk to the emergency facility today. At the parking lot in the forest, there were not only the guys who install the frog fence, but also people from the town clearing the paths from all the big branches that fell down last night. Karsten’s Norwegian sweater, which I hung into the cherry tree when I left to drop off the children, was completely frozen when I came back. And the clatter of our letterbox has become a constant background noise.

There is a full programm ahead of us: tomorrow, three friends of the little one will swing by in the afternoon, while Karsten will attend his very first lasertag in the evening. Tomorrow, we are invited to a big party (70 guests, just because, with the plan to spend t least the afternoon around a campfire in the garden, but now it is supposed to snow and rain), and on Sunday we are going to Hamburg to attend the christening of Karstens’ godchild. On Monday, the grandparents are coming for a holiday. So it might be a bit calmer here for the next days 🙂

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this moment

A single photo capturing a moment from the week. A simple, special, extraordinary moment. A moment to pause, savor and remember. Inspired by SouleMama.

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Abend zu zweit / evening for two

(English version follows below)

Hat ja dann doch reibungslos funktioniert gestern Abend! / Worked out perfectly well yesterday evening!

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ein Donnerstag / a Thursday

(English version follows below)

Ein bisschen schreibe ich hier ja, um auch für mich festzuhalten, was wir so erleben als Familie. Dazu gehört auch der Alltag, in dem ich aber oft nicht zum Schreiben komme. Heute Abend mag ich mich aber nicht mehr zum Arbeiten aufraffen, deswegen kommt mal ein Überblick über diesen ganz normalen Donnerstag bei uns zu Hause.

Karsten’s Wecker klingelt um kurz nach sechs. Ich knipse die Nachttischlampe an, döse aber noch ein bisschen weiter. Nebenan höre ich irgendwann den Kleinen und dann auch die Große – das ist prima, denn dann muss man nicht sofort und höchstaugenblicklich aufspringen und den Kleinen auf den Arm nehmen. Ich schaue schnell nach der Wetterapp, um zu schauen, was die Große heute im Wald anziehen muss, und ein kurzer Blick aus dem Fenster zeigt: es ist mal wieder alles weiß draußen.

Karsten springt, statt wie normal die Kinder anzuziehen, aus dem Haus und stellt die Mülltonnen für die Müllabfuhr an die Straße – das vergessen wir ständig. Dann schwingt er sich um 7:05 aufs Fahrrad und fährt zur Arbeit. Ich mache die Kinder fertig und decke den Frühstückstisch. Das ist zur Zeit entspannt, weil die Kinder gerade am Liebsten Müsli essen. Nebenbei kommt ein Anruf, dass die Große nicht in den Wald sondern in den normalen Kindergarten muss, weil die eine Erzieherin krank ist. Ist mir recht, so haben wir noch etwas mehr Zeit, denn der normale Kindergarten ist praktisch direkt hinter unserem Garten.

Mit Schneeanzug machen wir uns um 8 Uhr auf den Weg, nehmen die Abkürzung durch den Garten und verfolgen dabei eine Katzenspur im Schnee. Es fängt aber schon an, von den Bäumen zu tropfen. Im Kindergarten kriege ich einen Briefumschlag überreicht: der Kleine hat ab Herbst einen Platz in der Waldgruppe, hurra.

Er und ich setzen uns ein Weilchen später ins Auto und fahren ein paar Dörfer weiter um den dortigen Dm zu besuchen. Ich bin ja bekennende Dm-Käuferin. Zur großen Freude des Kleinen gibt es einen Einkaufswagen mit Auto vorne dran – was will man mehr. Am Tollsten scheint aber das Ein- und Aussteigen zu sein, zumindest macht er das ständig. Beim zwanzigsten Mal zähle ich kurz gedanklich bis zehn und begebe mich Richtung Kasse, wo mein Sohn zur Freude der Verkäuferin aus dem Auto rausschaut und ihr freundlich “Duden Daaag!” zuruft. Charmant isser ja.

Auf dem Rückweg klingelt ständig das Handy, während ich durch Regen, Nebel und Schneematsch fahre. Zu Hause stellt sich raus: es geht um morgen Abend. Morgen Abend dürfen Karsten und ich nämlich in die Elbphilharmonie gehen – ein Weihnachtsgeschenk unserer Schwägerin, das uns echt umgehauen hat. Das I-Tüpfelchen dabei wäre, dass wir eine Hotelübernachtung haben und die Kinder bei meiner Schwägerin übernachten (worauf sie sich auch schon sehr freuen, weil sie dann mit ihrem kleinen Cousin spielen können). Aber: Magendarm und Mandelentzündung machen einen Strich durch die Rechnung. Es beginnt ein kleiner Telefon-Marathon, um eine neue Betreuung der Kinder zu finden. Alle haben Termine oder sind krank. Schließlich findet sich aber doch plötzlich noch eine Lösung, nur das Hotelzimmer werden wir wahrscheinlich stornieren. Aber auf das Konzert freuen wir uns schon sehr.

Der Kleine hat während der Telefonierei munter vor sich hin gespielt, er ist sehr vergnügt. Für den kleinen Hunger gibt es warme Milch und ein Milchbrötchen. Es folgt ein Arbeitsgespräch mit meiner Freundin. Und Mittagessen kochen. Und Windeln wechseln. Und Henriette Bimmelbahn angucken. Um halb eins machen wir uns auf den Weg, um die Große abzuholen. Inzwischen ist der ganze Schnee geschmolzen und alles hat sich in eine riesige Matschfläche verwandelt. Die Große kommt uns schon entgegen gesprungen und die beiden Kinder schaffen es, sich auf dem kurzen Weg nach Hause komplett einzusauen.

Es gibt Mittagessen und dann werden aus diversen Windelpacketen Betten und Züge gebaut. Als unlösbarer Streit aufkommt, wer welche Windeln verbauen darf, läute ich die Mittagsruhe ein. Der Kleine kommt ins Bett und schläft schnell ein, die Große macht sich ein Hörspiel an. Ich teste spaßeshalber einen neuen hippen Wach-Mach-Drink (Kakao mit Guarana, Zimt und Kardamom), der voll lecker ist, und versuche, längst überflüssige Emails zu schreiben. Nach 30 Minuten hat die Große genug gehört und leistet mir Gesellschaft. Um drei wecke ich den Kleinen wieder auf und ich muss Vater, Mutter, Kind spielen. Also “Prinzessinen-Baby, Mutter und Schwester”. Ich bin Mutter. Was mir jetzt nur bedingt Spaß macht, vor allem, weil das Prinzessinnen-Baby mit ganz hoher Babystimme redet. Also schlage ich vor, etwas zu backen. Da eine angebrochene Packung Quark weg muss, machen wir Schweinchen. Die werden dann auch bald im Anschluss verzehrt. Dabei kippt ein volles Glas Apfelsaft um, dass leider nicht das letzte für heute sein wird.

Im Anschluss wird draußen mit Straßenmalkreide gemalt und rumgematscht, bis Karsten nach Hause kommt. Dabei wird immer mal wieder gestritten, sehr zum Amüsement der vorbeigehenden Fußgänger. Schön, dass sie zumindest so sympathisch darüber schmunzeln können. Also die Fußgänger. Um kurz nach sechs gehen beide Kinder in die Badewanne und ich versuche, eine halbe Stunde zu Arbeiten, was allerdings durch diverse Beschwerden der Kinder boykottiert wird. Auch beim Abendessen wird rumgequatscht, der Kleine schmeißt erst sein Wasserglas um und kippt mir dann Salat über die Hose, woraufhin ich rausgehe, bevor ich explodiere – Quatsch machen beim Essen ist gerade ein Reizthema bei uns.

Nachdem die Kinder im Bett sind und ich vorgesungen habe, setze ich mich noch schnell ins Auto und fahre einkaufen. Im Regen, aber immerhin ganz in Ruhe.

Und dann ist irgendwann auch mal Schluß.

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One of my intentions of writing this blog is to document our family life and to write down the things we do, so that I can look back once in a while and remember. That includes, of course, our normal daily life but often there’s no time to write about it. This evening, I’m too tired to start working again, so I’ll write down a very normal Thursday instead.

Karstens’ alarm clock starts shortly after 6am. I switch on the light but continue to snooze a little bit. After a while, I hear the hobbit next door, and also the little one – which is great because it means I don’t have to get up and get him right now, immediately, this second. I check the weather online in order to decide on the proper clothes for the little one, and when I look out of the window, it’s white outside.

Instead of dressing the children, which he normally does, Karsten puts the garbage cans in front of our house to be collected- something we always tend to forget. At 7:05am he cycles to work (well, to the train station). I take care of the kids and the breakfast. That’s easy as they are completely into cereals right now. In the meantime, I get a phone call informing me that the little one will spend the morning in the normal kindergarden instead of the forest as one of the teachers is sick. That’s fine for me and gives us a little bit more time since the normal kindergarden is practically right behind our backyard.

At 8am we are on our way, dressed in snow overalls, and we take the shortcut through our backyard, analysing the traces of a cat in the snow. But the snow already starts to melt. At the kindergarden, I receive a letter confirming the hobbits’ placement in the forest kindergarden, starting in September, horray!

A little while later, he and I take the car in order to go shopping. We drive to a town nearby as there’s one of my favorite drug stores.  The hobbit is very happy when he discovers that they have trolleys with integrated children cars. He has a lot of fun, especially when getting in and off the car, which he is doing constantly. After twenty times of getting on and off, I am taking a deep breath and decide that it’s time to leave again. My son is charming the shop assistant at the cash point when he politely leans out of the car and greets her with a happy “Good day!” What a polite and charmin boy I have.

On our way back, the phone is constantly ringing while I am trying to drive through rain, mist and snow mud. At home it turns out that there’s a slight problem concerning tomorrow evening. Tomorrow evening, Karsten and I have tickets for the Elbphilharmonie in Hamburg which was a great christmas gift from his sister. With the ticket came a night at a hotel while the kids would sleep at my sister-in-law – something they were really looking forward to as they love to play with their little cousin. But it seems that a stomach bug and tonsillitis decide to crash our plans. I am having a phone marathon in order to find a babysitter for tomorrow, but somehow everyone is sick or has other plans. Finally, we find a solution even though we might cancel the hotel. But we are so very much looking forward to the concert!

The little one is playing happily here and there, he’s is quite easy-going this morning. There’s a short break for a warm milk and a sweet bread. Followed by a phone call regarding work. And making lunch. And changing diapers. And reading Henriette Bimmelbahn to him. At 12:30pm we get ready in order to pick up the little one. By now, the snow is completely gone and has turned everything in a big muddy puddle. The kids manage to get completely dirty and soaked on the short way back.

We have lunch and then trains and beds are built out of various boxes of diapers. When the kids can’t decide on the rightfull owner of the diapers and start fighting, I decide that it’s time for a lunchtime nap. The hobbit falls asleep quickly, and the little one listens to an audio tape. I am testing a new, cool cacao energy drink with cinnamon and cardamom, which is really yummy, and try to catch up with emails. After 30 minutes, the little one joins me. Around 3pm we are waking up the hobbit and I have to play “Father, Mother, Child”. Well, “Princess baby, Mother and Sister”, to be exact. I’m the mother. Which doesn’t convince me, especially since the princess baby is speaking in a really high baby voice. So I suggest to bake a cake. Or better: pigs. We bake, we eat, and a whole glass full of apple juice falls off the table. Unfortunately, it won’t be the only one today.

Afterwards, our driveway is getting colored with chalk until Karsten comes home. Every now and then, the kids are fighting – very much to the amusement of the people walking by. How nice that people are still smiling about it 🙂 At around 6 pm, the kids are taking a bath and I’m trying to work for half an hour.  Which is not really possible as the kids decide to boycott me. There is a lot of nonsense going on at the dinner table, too, and the hobbit is not only knocking over his glass but he also drops the salad onto my jeans. I’m leaving the table before I explode – nonsense during the meals is a hot topic right now and Karsten and I are getting slightly annoyed by it.

After cleaning the kitchen and singing and saying good night to the children, I am quickly driving to the nearest supermarket to get some stuff for our babysitter tomorrow evening. It’s raining, but at least I can do the shopping in my own pace.

And then it’s time to relax.

 

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Winterwoche / winterweek

(English version follows below)

Die letzte Woche war nochmal eine richtige Winterwoche für uns. In den Medien ständig als “Russenpeitsche” betitelt, was bei mir nur für irritiertes Kopfschütteln sorgte (für mich typisches Nachkriegsvokabular, das komische Assoziationen hervorruft und so gar nicht an blauen Himmel, Sonne, Schnee und Eis denken lässt). Es war richtig schön frostig kalt, so dass der Schnee liegen blieb und wir fast jeden Tag Schlittenfahren konnten. Für Schleswig-Holstein ist das inzwischen eine Seltenheit und wurde dementsprechend zelebriert. Am lokalen Schlittenhang an der Kirche wurde fast jeden Nachmittag vom Jugendtreff kostenlos heißer Apfelsaft für die Kinder (und Eltern) ausgeschenkt. Die Eltern, die nicht ständig den Hügel wieder hochstapften, hatten ihn fast noch nötiger, denn der Ostwind blies einem wirklich ziemlich eisig ins Gesicht. Am Freitag zog eine ganze Jahrgangsstufe der Grundschule an unserem Haus vorbei Richtung Schlittenberg. Denn wenn schon mal Schnee liegt, dann ist das hier Grund genug, den Unterricht ausfallen zu lassen und stattdessen Schlittenfahren zu gehen. Am gleichen Tag waren aber auch nur noch 4 Kinder im Waldkindergarten – die Erkältungswelle hat hier weiter Hochsaison.

Gestern waren wir noch bei unseren Freunden in Lübeck und haben den Schnee genossen (der in Lübeck doppelt so hoch war als hier bei uns). Sogar Schlittschuhlaufen konnte man. Und hinterher Aufwärmen mit heißer Milch und Waffeln.

Heute morgen waren die Straßen dann spiegelglatt und es soll in den nächsten Tagen deutlich wärmer werden. Nun kann man sich dann auf den Frühling freuen.

(Eigentlich habe ich dieses Jahr schon Mitte Januar den Frühling herbeigesehnt. Noch Anfang Februar habe ich mich über das blöde Schmuddelwetter beschwert. Aber wenn wir dann statt trüben Regenwetter so richtig schöne Wintertage haben, dann lässt sich auch die Frühlingssehnsucht beruhigt vertagen).

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Last week, we enjoyed some more beautiful winter days. The “Russian whip”, as it was constantly called in the media  (a vocabulary  that I don’t really understand as it sounds so much like post-war terminology and creates an association which has nothing in common with blue sky, sunshine, snow and ice). The air was crisp and cold so that the snow from the last weeks didn’t melt but  encouraged us to go sledding almost every day. As this type of weather has become a rare treat in Northern Germany, it was celebrated accordingly. At the local sledding hill, the youth club of the town was giving away warm apple juice every afternoon for the children and the parents to stay warm (the parents, who didn’t climb the hill all the time, probably needed it more than the children since the East wind was pretty cold on most days). On Friday morning, three or four classes of the local primary school were walking along our street in the direction of the sledding hill, with every pupil carrying a sleigh. Because conditions like this are reason enough to let school be school and to go sledding instead. On the same day, there were only four chidlren left in the forest kindergarden – the flu and the stomach bug continue to have high season.

Yesterday, we visited our friends in Lübeck and enjoyed some more snow (which was twice as high there as at our place). We even managed to go ice skating/sliding on the lake. And afterwards hot milk and waffles. Mmmh.

This morning, the streets were as smooth as glass and it is supposed to get much warmer during the next days. Now we can look forward to spring, I think.

(Actually, I was already looking forward to spring since the middle of January. At the beginning of February, I was still complaining about the wet and dirty winter weather. But when there’s such beautiful sunshine and ice instead of the rainy, muddy whatever-it-is, then the longing for spring can be happily postponed!)

 

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