Von besitzergreifenden Franken und ruhelosen Slawen / About possesive Franks and restless Slavs

(English version follows below)

Bis zum Frühjahr muss ich ein gefestigtes und auf Knopfdruck abrufbares Wissen über die Schleswig-Holsteinische Geschichte haben. Besiedelung, politische Entwicklung, Sozialgeschichte, Volkskunde….Muss ich alles irgendwie draufhaben.  Zumindest in meiner Idealvorstellung.

In der Realität schiebe ich alle paar Tage richtig Panik. Vor allem, wenn ich mit alteingesessenem Urgestein rede. Am Wochenende zum Beispiel, da habe ich in der lokalen Buchhandlung nach Geschichtsbüchern geschaut und mich sehr nett mit dem Besitzer unterhalten. Und je mehr Begriffe, Daten oder Persönlichkeiten er erwähnte, desto mehr schwirrte mir mein Kopf. Dann erwähnte er auch noch, dass er Mitglied in der Gesellschaft für Schleswig-Holsteinischen Geschichte ist. Ei ei ei.

Die Sache ist nämlich die: Schleswig-Holsteinische Geschichte ist einfach total unübersichtlich und kompliziert. Als ich als Reiseführerin im Schwarzwald gearbeitet habe, da war es einfacher. Zähringer und Habsburger, Napoleon und das ganze Drumherum. Zack. Klar definierte Herrscher, nachvollziehbare Entwicklungen, gut zu erzählen. Hier in Norddeutschland ist das anders. So in der Zeit nach Christi Geburt gibt’s noch nicht so viele Quellen, da schöpft man hauptsächlich aus alten Grabanlagen und dann sind erstmal alle Leute rüber nach England gezogen. Worauf die Schleswig-Holsteiner auch sehr stolz sind. Immerhin sind wir der Ausgangspunkt für die englische Sprache!

Aber nach einiger Zeit der Verödung (wortwörtlich) kam plötzlich wieder ein Bevölkerungsaufschwang, und plötzlich tummeln sich alle möglichen Bevölkerungsgruppen auf kleinstem Raum. Friesen, Sachsen, Jüten, Slawen, darunter Abodriten, Polaben und Wagrier. Und natürlich irgendwann Franken. Die Franken mischen ordentlich mit, dabei haben die nun schon so viel Land, und ständig melden zig Kaiser und Könige ihren Anspruch an und überall müssen Herzöge und Bischöfe hingeschickt werden. Letztere fliehen dann meistens wieder zurück oder werden ermordet. Die Abodriten können sich auch nicht recht entscheiden, erst verbünden sie sich mit den Franken gegen die Sachsen, dann aber mit den Jüten gegen die Franken und ständig werden Aufstände geprobt. Gegen die Franken, gegen die Dänen, ab und an werden Städte abgefackelt um die Sache klar zu machen, und wenn es sonst nichts zu tun gibt, dann wird auch gerne mal gegen die eigenen Anführer rebelliert. Von Norden her mischen munter die skandinavischen Oberhäupter mit, vor allem die Dänen und die Schweden. Ab und an springt ein norwegischer König mit ins Getümmel.

Und das, liebe Leute, ist erst das Frühmittelalter. Im Hochmittelalter geht’s erst richtig los, aber da fange ich gerade erst an. Und so wie es aussieht, wird mich das noch einiges an Nerven kosten.

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At the end of spring, I need to have a profound and well-presentable knowledge of the regional history of Northern Germany. Colonization, political developments, social history…I need to know everything, somehow, at least the basics. That’s my ideal scenario.

In reality, I am having slight panic attacks. Especially when having talked to old-established, white-haired experts. Last weekend, for instance, I was looking for history books at the local bookshop, and I had a very lovely chat with the owner. The more dates and definitions and historically important locations he named, the more I felt the next wave of panic. Turns out he is a member of several societies for regional history.

The thing is: regional history in Northern Germany is completely confusing and complicated. When I worked as a tour guide in the Black Forest it was easy. Zähringer and Habsburgs, Napoleon and everything that comes with it him. There you go! Clearly defined reigns, comprehensible developments, easy to talk about. It’s different in Northern Germany. During the centuries right after Christ there are not too many historical sources, so old burial chambers are the main indicator for many things. Then most of the people here went to England anyway. (A very proud chapter of regional history, actually. After all, we are the cradle of the English language. Without us, there would probably be a latin-based language be spoken instead of English).

But after a time of desolation, this area was of interest again and suddenly, there are all types of ethnic groups on a really small stretch of land. Frisians, Saxons, Jutes, Slavs, including Obotrites, Polabians and Wagriar. And of course the Franks. The Franks got really in on the whole conquering story, though they already had plenty of land, and there are always numerous kings and emperors claiming their rights. Additionally, the Franks started to send their priests everywhere (where they mostly fled or were killed). The Obotrites couldn’t really make up their mind either and caused quite a lot of trouble. First, they allied with the Franks to conquer the Saxons. Then they allied with Danemark against the Franks. And every time there was trouble, the Obotrites tried to revolt and started to burn towns. Frankish towns, Danish towns, whatever. Sometimes they revolted agains their own leaders, too.  From the North, the Scandinavian kings were happily participating, especially the Danes and the Swedes. Every now and the, Norway started to jump into it as well.

And that, dear readers, is only covering the Early Middle Ages. I haven’t even started with the real stuff. It looks like I need a lot of coffee during the next weeks.

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Sammelsurium / omnium-gatherum

(English version follows below)

Das erste Mal seit über drei Wochen sind heute morgen alle mehr oder weniger gesund (leichtes Geschnupfe mal ausgenommen) und alle im Kindergarten/ bei der Tagesmutter/ bei der Arbeit/ am Schreibttisch! Wahnsinn! Ich weiß gar nicht, mit welchen angesammelten Aufgaben ich als erstes anfangen soll…

Deswegen hier nur wenig Text und stattdessen ein Sammelsurium an Bildern aus den letzten Wochen. Denn auch wenn dauernd jemand krank war: es war ja so wunderbares Winterwetter!!! So macht der Winter doch richtig Spaß!

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Endlich einmal ansatzweise kalt genug dafür!! / Finally, abou the minimal temperature necessary for it!

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Mein persönlicher Favorit 🙂 / My personal favorite 🙂

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For the first time after more than three weeks we are all more or less fit (some coughing and sneezing excluded) and everyone is in kindergarden/ at the daycare/ at work/ at the desk! Wow! I am so overwhelmed, I don’t even know with which of the many accumulated task I should start….

Therefore not much text today, but a collection of different pictures from the last weeks. Even if there was always one of us sick, the weather was absolutely beautiful. Sunny and icy. That’s how I like winter!

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titscher-titscher-dirr

(English version follows below)

Heute habe ich die Fenster geputzt. Sogar das Fenster vom Gästeklo. Zum ersten Mal seit wir hier wohnen. Dazu habe ich unsere kleine Trittleiter unter der Eichhörnchen-Futterstelle aus dem gefrorenen Boden gezerrt, sie hinter den Wacholder gestellt und mit dem Handfeger alle Spinnenweben vor dem Fenster weggefegt. Weil ich gerade dabei war, habe ich das Fensterbrett feucht abgewischt, obwohl es in zwei Meter Höhe hinter den Büschen versteckt ist und man es sowieso nicht sieht.

So langweilig war mir!

Und so sehr wollte ich nach draußen in die Sonne!

Wir sind nämlich immer noch zu Hause, die Kinder und ich. Die Tagesmutter ist immer noch krank, die Große hat immer noch leichtes Fieber und Husten und wir können nach wie vor deswegen nichts unternehmen. Dabei schien diese Woche so wunderschön die Sonne vom kalten Winterhimmel. Es war endlich unter Null, alles ist gefroren und glitzert am Morgen. So kann man den Winter richtig genießen. Könnte. Wenn man denn raus könnte.

Natürlich sind wir jeden Tag ein bisschen draußen. Aber nur kurz. Man selber will mit Fieber ja auch nicht lange draußen rumlaufen, also muss man sich da nach den Fieberkranken richten. Aber nach zwei Wochen, in denen ich jeden Tag mit zwei Kindern (eines immer krank) zu Hause war, gehen einem irgendwann die Beschäftigungsmöglichkeiten aus.

Als Karsten nach Hause kommt, schnappe ich mir Mütze und Jacke und laufe ein bisschen am See entlang. Die Sonne ist leider schon untergegangen, aber es liegt ein leichter, herrlich kalter Winternebel in der Luft und taucht alles in ein fahles, blasses Licht. Es ist so schön, einmal ausschreiten zu können. Der See ist am Rand inzwischen zugefroren und die Bäume, die vorher überflutet waren, stehen jetzt im Eis. “Der See hat eine Haut bekommen, sodass man fast drauf gehen kann”, geht mir durch den Kopf. Die Zeile mit dem Fisch kriege ich auch noch zusammen, und das titscher-titscher-dirr, mehr aber leider nicht. Ich wünschte, ich hätte ein besseres Gedächtnis (sagt die Frau, die Museumsführungen geben will). Gedichte aus dem Stehgreif aufzusagen, das wäre was.

Als es dunkel wird, kehre ich um. Das tat gut, diese frische Luft im Kopf. Am Wochenende bitte mehr davon. Mit diesen Temperaturen macht der Winter doch richtig Spaß!

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Today, I cleaned the windows. Even the window of our half bath. It’s the first time since we moved in. In order to do so, I pulled out the little stepladder from the frozen ground underneath the squirrel-house, I put it behind the juniper and I swept away all the spiderwebs in front of the window. While I was at it, I also cleaned the window bord with a wet cloth despite it being two meters above the ground behind the bushes where nobody can see it anyway.

That’s how bored I was!

And that’s how much I was longing to be outside in the sunshine.

We are still at home, the kids and I. The daycare lady is still sick, the little one still wakes up with a temperature and a bad cough and we are therefore still bound to the house. Which is especially bad because this week, the sun was shining each and every day on a pale blue winter sky. Temperatures are finally below zero, everything is frozen and glittery. That’s how I love winter. Would love. If I would be able to be outside.

Of course we are outside for at least a little while every day. But not for too long. I myself doesn’t like to be outside when I am feverish, so I can’t be outside with feverish children either (still, shopping needs to be done). But after two weeks at home with two children (and always one of them sick), I am running out of entertainment ideas.

When Karsten arrives home, I take my hat and my jacket and I start walking along the lake. Unfortunately, the sun has already set, but there’s a light, wonderfully cold winter fog in the air which makes everything appear pale. It is good to stride out for once. The lake has started to freeze over and the trees which were flooded last week are now surrounded by ice. A poem by Morgenstern comes to my mind, about a frozen lake and a fish underneath the ice and the funny sound that it makes when you throw a stone onto the ice. I wish I had a better memory (says the woman who conducts guided tours). To recite poems out of the blue, that would be cool!

It starts to get dark and I turn around and walk home. The fresh air in and around my head, that was exactly what I needed. More of it during the weekend, please. With freezing temperatures, winter is actually really nice!

 

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hat funktioniert!/ it worked!

Hipp Hipp Hurra, Sonnenschein und unter Null!! / Hip, hip horray, sunshine and below zero!!

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Norddeutscher Winter / winter in Northern Germany

(English version follows below)

Der Winter in Norddeutschland, der ist ja auch nicht mehr das, was er mal war! Denn als wir neulich mit Bekannten beim Frühstück saßen, da waren wir uns einig, dass wir hier früher wärmere Sommer und kältere Winter hatten (also, alle bis auf Karsten, der als Süddeutscher sowieso was anderes gewöhnt ist). Immerhin hatten wir alle früher Schlittschuhe, die regelmäßig jeden Winter ausgepackt wurden. Wir haben uns sogar an Glühweinbuden auf dem Eis erinnert.

Inzwischen sieht das anders aus. Der Weg um den See ist seit Monaten nicht mehr richtig begehbar, weil alles überschwemmt ist. Der Weg hinterm Haus ist auch nicht besser. Der Spielplatz ist nicht mehr wirklich bespielbar, es sei denn, man zieht einen Taucheranzug an. Die Sonne haben wir in den letzten Wochen vielleicht mal für zwei Stunden gesehen.

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Vorgestern hat es dann zumindest mal wieder angefangen zu schneien. So richtig schön, und gestern tanzten den ganzen Tag lang dicke Flocken vor unseren Fenstern. Nur leider sind es draußen nach wie vor zwei Grad zuviel. Zwei Grad. Das kann doch nicht so schwer sein.

Aber wir lassen uns nicht entmutigen. Wir bauen trotzdem Schneemänner. Und Schwimmsaurier. Und fahren Schlitten. Wie viele andere. Das man nicht auf Schnee, sondern auf einer dünnen Eis-Matsch-Schmiere fährt, stört kaum jemanden. Und der Kleine freut sich, weil er auf dem Weg zum Schlittenhügel abwechselnd durch den Schnee gezogen und durch Matschepfützen springen kann. Das ist ja auch was.

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(Ein Krankheitsupdate? Nachdem die Kleine die letzten Tage mit Fieber und Husten ausfiel, ist nun die Große dran. Unsere Spielverabredung mussten wir die dritte Woche in Folge absagen. Und die Tagesmutter ist immer noch krank.)

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Well, well, winter in Northern Germany isn’t the same it used to be! When we met with some friends recently, we agreed that we had warmer summers and colder winters when we were children (all except Karsten, who comes from Southern Germany and is used to warmer summers and colder winters anyway). After all, all of us had a pair of ice skates when we were young, and we used it regularly every winter. We even remebered there being stalls with mulled wine on the ice.

It’s different nowadays. The path around the lake hasn’t been properly accessible for months now because parts of it are always flooded. The way behind our house looks similar. The playground is of no use anymore unless you wear a diving suite. The sun has been shining for maybe two hours all in all during the last weeks.

At least, two days ago it started snowing. It was really beautiful, and yesterday big, fluffy snowflakes were dancing in front of our windows all day long. Unfortunately, it’s still slightly too warm outside. Two degrees. Two ridiculous degrees!

But we are not giving up! We are still building snowmen. And snow dinosaurs. And we go sledging. Like many others. It doesn’t matter that it’s not really snow to sledge down, but a thin layer of snowy mud. And the hobbit is delighted because on the way to the sledge hill, he can choose between being pulled or jumping into mud puddles. What else can one wish for?

(And an update with the sicknesses? The hobbit feels better, but now it’s the little one’s turn with fever and coughing. Our playdate had to be postponed for the third week in a row. And the day care is still closed due to sickness.)

 

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winter blues

(English version follows below)

Wir husten um die Wette. Also der Kleine und ich. Ich seit dem Wochenende ohne Unterlass, der Kleine seit vorgestern. Letzte Nacht habe ich vielleicht zwei Stunden Schlaf (insgesamt, nicht am Stück) gekriegt, in den Nächten davor nur geringfügig mehr (wenn überhaupt). Der Kleine hustet bis tief in die Nacht im Sekundentakt und kriegt kaum noch Luft. Das schlaucht langsam. Der Arzt sagt, es ist ein fieser Hustenvirus, da kann man nichts machen.

Die Tagesmutter hat sich für die ganze nächste Woche auch noch abgemeldet. Virusgrippe.

Unsere Spielverabredung heute nachmittag hat abgesagt. Magendarminvirus.

Draußen knapp über null Grad, Wind und Regen.

Ach ja.

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The hobbit and I are coughing like there’s no tomorrow. Last night, I slept maybe two hours (all in all, with interruptions) and the nights before hadn’t been significantly better. The hobbit is coughing every other second until early in the morning and is struggling to breathe properly. It’s starting to wear me out.

The day care has called in sick for the whole of next week too. Viral flu.

Our playdate this afternoon called in sick. Stomach flu.

The weather outside: slightly above zero, wind and rain.

Argh!

 

 

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Von Husten, Drachen und Mandelecken / About coughing, dragons and nut triangles

(English version follows below)

Hui, dieses Wochenende war…mh…anstrengend. Am Samstag waren abends alle irgendwie froh, dass der Tag rum war und man schlafen konnte. Dabei ist eigentlich gar nichts so dramatisches passiert, aber irgendwie war der Wurm drin. Gottseidank gibt’s auch immer mal ein paar schöne Momente. Hier ein paar Stichpunkte:

  • Ich habe seit letzter Woche eine dicke Erkältung. Die hat mich zwei Tage ausgeknocked und ist seitdem ziemlich widerspenstig, so dass jeder Tag mit nervigem Husten und Kopfschmerzen beginnt. Das darf jetzt mal besser werden!
  • Die Kinder haben dieses Wochenende so ihre Auf und Abs gehabt. Es gab viele Momente, wo sie zuckersüß waren – am Sonntagmorgen bei uns im Bett zum Beispiel – und genau so viele Momente, wo sie einfach überhaupt nicht auf einen hören und jede Diskussion auf einen Wutanfall hinausläuft.
  • Am Samstag zum Beispiel war ich mit der Großen in Kiel, um Sachen für ihr Faschingskostüm zu kaufen (sie will als Marienkäfer gehen, das ist gottseidank recht einfach. Das Einhorn, das sie ursprünglich sein wollte, hätte mich da schon mehr gefordert!). Wir hatten fünf Minuten viel Spaß mit lustigen Verkleidungen, und dann eine halbe Stunde Zusammenbruch, weil ich ihr weder ein großes Hello-Kitty-Plüscharmband für 7 Euro noch einen Elsa-Haarreif mit langen blonden Haaren kaufen wollte.
  • Samstag gab es auch zahlreiche Stresssituationen wegen Zeit und Logistik und kleinen Kindern, die sich weigerten, sich ins Auto zu setzen, und dann hatte Karsten den Autoschlüssel verlegt und die Stimmung sank auf den Tiefpunkt, weil er zu spät zum Abholen einer südamerikanischen Arbeitskollegin kam. Der Treffpunkt wurde auch nicht gleich gefunden, und zu allem Überfluss wurde er noch geblitzt. Vorher ist uns noch fast ein Jugendlicher auf seinem Mountainbike vor’s Auto gefahren, weil er auf dem Gehweg Kunststücke machen musste, und nachdem ich wütend gegen das Autofenster geklopft hatte, hielt er drei Minuten später bei unserem Grundstück an und fing an von wegen Anzeige wegen Mittelfinger (den ich gar nicht gezeigt habe), woraufhin ich echt wütend geworden bin. Hätte man sicher besser lösen können, die Situation, immerhin rechnen wir jetzt mit faulen Eiern an der Hauswand, aber das war stimmungstechnisch einfach ein echt schlechter Zeitpunkt!
  • Um mal was Positives zu sagen: es gab sicherlich zwei Sonnenstunden an diesem Wochenende!
  • Am Sonntag haben wir einen kleinen Ausflug ins Freilichtmuseum gemacht, denn wir hatten uns als Weihnachtsgeschenk eine Feuerschale für den Garten gewünscht, die uns der dortige Schmied geschmiedet hat. Mit Drachenfüßen und Drachenköpfen, die ineinander verwoben sind – sehr schick und ein echtes Unikat. Leider fing es dann nachmittags an zu regnen, so dass wir sie noch nicht ausprobieren konnten.
  • Da wir aber schon Stockbrot gemacht hatten, wurde dies kurzerhand über dem Kaminfeuer gebacken. Einfach weil’s lustig ist.
  • Weil uns trotz (oder gerade wegen) diversen Stimmungstiefs danach war, haben Karsten und ich ein flottes Tänzchen zu “Pata Pata” aufs Parkett gelegt. Das hat die Stimmung der Großen sehr gehoben, den Kleinen hat es hingegen komplett verschreckt. So schlimm war’s dabei gar nicht!
  • Ich habe versucht Nussecken zu backen und es ging, finde ich, ordentlich in die Hose. Viel zu viel Butter! Und Zitronenschale! Das nächste Mal versuch ich lieber Mandelhörnchen. Als Ausgleich haben wir jeden Tag Smoothies gemacht, damit das Gehuste und Geschnupfe mal aufhört.
  • Sonntag hat dann auch noch die Tagesmutter für die kommende Woche abgesagt, obwohl ich dringend ein bisschen arbeiten müsste. Sowieso sieht die nächste Woche ziemlich anstrengend aus, und ich glaube, ich gönne mir jetzt einen Whisky und wappne mich. Prost!
(Der Autoschlüssel hing übrigens an der Gaderobe!)

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Somehow, this weekend was…mh…let’s say…exhausting? On Saturday evening, everyone was glad to finally be able to go to sleep. There was nothing dramatic happening, but somehow things didn’t turn out as expected and it was all a big up and down. Mostly down. But there were some ups as well, thank god! Here are some bits and pieces:

  • I have a bad cold. Last week, it knocked me out for two days so Karsten had to stay at home. Now it is slowly getting better, but every day still starts with a bad cough and headache.
  • The kids definitely had their ups and downs this weekend. They can be really cute – like on Sunday morning in our bed – but they simply don’t listen to what we say at the moment, and every request or discussion turns into a tantrum.
  • Saturday, for instance, I went to Kiel in order to buy some stuff for the little one’s carnival costume (she wants to be a lady bug, which is easy, thank god. The unicorn, which she originally had in mind, would have been more challenging). I took the little one with me because I thought we might have a good time together. We had five minutes of fun with funny costumes, and then half an hour of crying and angry shouting (and some occasional rolling on the floor) because I refused to buy her a big fluffy hello kitty bracelet for 7 Euros and I didn’t want to buy a Elsa hair band with long blond hair either.
  • Also, there were several stress situations due to time and logistical issues and small children refusing to get into the car, and then Karsten had lost the car key and the mood was really bad because he was late for the pick up of his south american work mate. He didn’t find the meeting point right away either, and then he was also got caught by a speed camera. Also, a teenager was almost run over by us because he was doing silly stuff with his mountain bike and didn’t pay attention, and when I angrily banged on the window, he stopped at our drive way and started to talk about calling the police because I showed him the middle finger. Which I didn’t , but instead of just being a nice person and solving this elegantly, I got really angry and we are now waiting for the eggs to fly (to my defence: he got me in a really bad moment, moodwise).
  • On the positive side: we had two hours of sunshine this weekend!
  • On Sunday, we went to the open-air-museum to pick up our christmas present. We had ordered a fire bowl for our garden from the blacksmith, with turned out awesome, with dragon feet and dragon heads – a real one of a kind! Unfortunately, it was raining in the afternoon, so we haven’t had a chance to use it.
  • But as we had already prepared the dough for bread on a stick, we lightened our oven and baked the bread there. Just because we can.
  • Since we needed some cheering up, Karsten and I did some spontaneous dancing to “Pata pata”. Which very much amused and enthused the little one. And very much disturbed the hobbit. It wasn’t that bad, our dancing, I swear!
  • I tried to bake nut triangles, but failed. Too much butter, too much lemon zest. But as healthy compensation, we made smoothies every day, hoping that the coughing and sneezing will stop soon.
  • On Sunday, the woman of the hobbit’s day care called in sick for next week. I really need to get some work done, but somehow the upcoming week looks very, very full and challenging. And I therefore conclude the weekend with a glas of whisky and try to prepare for it! Cheers.
(By the way, the key for our car was hanging at the coat rack!)
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Zufälle / coincidences

(English version follows below)

Vor fast zehn Jahren haben meine Freundin und ich einen Ausflug organisiert. Ein gemeinsamer Freund aus Amerika wechselte von unserer Uni nach Kiel (Ironie des Schicksals. Inzwischen ist er zurück in den USA) und bevor er umzog, wollten wir noch so viel wie möglich unternehmen. Dieser spezielle Ausflug sollte nach Berlin in den Zoo gehen. Die Strecke nach Berlin war damals in unserem Semesterticket enthalten, so dass wir ab und an in den Genuß einer Großstadt kamen.

Als wir morgens am Bahnhof standen, tauchte unser Freund nicht auf. Er hatte am Abend zuvor gefeiert und musste anscheinend mit einem ziemlichen Kater klar kommen. Stattdessen tauchte sein bester Freund auf und fragte, ob wir den Ausflug trotzdem machen würden und ob er uns begleiten dürfte. Und ob! Das war nämlich ein ziemlich netter und lustiger bester Freund.

Wir hatten also einen wunderschönen, lustigen Tag, und sahen unter anderem Knut, den Eisbär. Nicht, dass wir es drauf angelegt hätten – im Gegenteil, uns erschienen die Eisbären damals eher traurig verhaltensgestört – aber man kann ja mal einen Blick riskieren.

Letztes Wochenende, knapp zehn Jahre später, habe ich Knut, den Eisbär dann ganz überaschend wiedergetroffen. Ausgestopft. Im Naturkundemuseum. Man wird ja anscheinend auch nicht jünger… Aber wie es der Zufall so will, stand ich wieder mit besagtem besten Freund vor ihm. Und mit unseren zwei Kindern. ♥

 

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Almost ten years ago, my friend and I organised a day trip. An American friend of us had decided to change universities and was about to move from Cottbus to (ironically) Kiel. Bevor he moved, we wanted to make as many trips and gatherings as possible. Some last suppers, so to say. The destination of this specific day trip was the Berlin Zoo. The train to Berlin was, at that time, included in our semester ticket so we were able to go there for free – a chance which we happily used every now and then.

When we met at the train station that morning, our friend didn’t show up. He’d had a couple of drinks the evening before, and apparently a bit more than a couple, so he couldn’t make his way out of bed. Instead, his best friend showed up, asking if we were still planning to go and whether he could join us. He could. It was a quite sympathetic and funny guy, this best friend.

We had an awesome and entertaining time at the zoo and we saw, among others, Knut, the polar bear. For those not familiar with Knut: he was one of the big media campaign animals of the zoo, being raised as a cup by a keeper. And although we weren’t supporting the whole media show and we found some of the behaviour of the other polar bears quite sad, we of course sneaked a peak.

Last weekend, almost ten years later, I was surprised to see Knut, the polar bear again. Stuffed. At the Natural History Museum. One doesn’t get younger… But it just so happened that said best friend was standing next to me again. Together with our two children. ♥

 

(Die ersten beiden Bilder wurde von unserer Freundin zur Verfügung gestellt, der ich an dieser Stelle fröhlich zuwinke. Das Copyright liegt bei ihr! The first two pictures are a courtesy of our friend, to who I send a big hug at this point. The copyright lies with her!)

 

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Berlin-Wochenende / weekend in Berlin

(English version follows below)

Berlin ist eigentlich gar nicht so weit weg von uns. Gute drei Stunden Zugfahrt mit Umsteigen, um genau zu sein. Das ist unseren Kindern gerade noch die Strecke, die man ohne mittlere Katastrophen, Langeweile und Nervenzusammenbrüche tagsüber im Zug zubringen kann. Deswegen haben wir vor ein paar Wochen spontan ein Bahnticket und ein Zimmer im Jugendgästehaus gebucht, um nach langer Zeit mal wieder meine Freundin und mein Patenkind zu besuchen. Da konnte uns auch das Sturmtief letzte Woche nicht von abhalten, selbst wenn dadurch unser Zug ausfiel.

Wir hatten neben meiner Freundin einen einzigen, großen Programmpunkt für das Wochenende: Tristan Otto! Und das ganze Drum und Dran. Aber es gab ja noch so viel mehr. Die ganzen Traktoren und Polizeiautos, zum Beispiel, die wegen der Großdemo den Weg zum Naturkundemuseum säumten. Der Kleine kam aus den Begeisterungsstürmen gar nicht mehr raus. “Da, Taxiauto! Noch ein Taxiauto! Ooh, Zug! Da, Bus, Mama, Bus! Papi, Papi, Traktor! Oh, grüner Traktor! Noch ein grüner Traktor! Roter Traktor! Oh, Dolidei-Auto! Kran! Kran! Blauer Traktor! Noch ein Dolidei-Auto!…..”.

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Besonders schön aber war der Moment, in dem beide Kinder die Stufen ins Naturkundemuseum hochliefen und beim Betreten des großen Saales plötzlich wie erstarrt mit offenen Mündern stehenblieben und ganz leise und beeindruckt “Oooooh!” murmelten. Das muss man ja auch erstmal realieren, was da vor einem steht. Und wie groß die sind! Diesen Moment, den würde ich am Liebsten in eine Schachtel tun und für die Ewigkeit aufbewahren.

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Für Tristan Otto musste die Große dann erstmal etwas Mut aufbringen. Der ist schon recht beeindruckend, und solchen Zähnen möchte ich weißgottnicht im echten Leben begegnen. Danach machten wir für die nächsten zwei Stunden das Museum unsicher, schauten hier und da, die Kinder wunderten sich über die merkwürdigen Sachen in den Gläsern und kamen zu dem Schluss, dass es Kerzen seien (und wir verbesserten sie ausnahmsweise nicht, weil wir fanden, dass das Maß an Gruselei mit den Dinosauerierskeletten schon voll sei). Und als es im Museum dann richtig voll wurde und bei den Kindern die Aufnahmefähigkeit erschöpft war, wanderten wir durch die Stadt und verbrachten den Nachmittag mit Spielen bei meiner Freundin.

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Abends, als die Kinder erschöpft in den Betten lagen, erklärte sich Karsten bereit, im Badezimmer auf dem Tablet Serien zu schauen (an dieser Stelle wieder ein belustigtes Winken an unsere Freunde in der Schweiz, die bei ihrem ersten Italien-Urlaub mit kleinem Baby ihre Pizza auf der Toilette des Hotelzimmers aßen, um das gerade eingeschlafene Kind nicht wieder zu wecken), und ich traf mich mit meiner Freundin in unsere alten Kneipe.

Berlin birgt für mich so viele schöne Erinnerungen an alte Zeiten, da werde ich immer richtig sentimental, wenn ich da bin. Wie schön, dass man inzwischen so tolle Wochenendeausflüge mit den Kindern machen kann (auch wenn die Nächte nach wie vor etwas zu wünschen übrig lassen). Das war definitiv nicht das letzte Mal in Berlin. Gibt ja noch so viel zu entdecken dort. Wir müssen zum Beispiel rausfinden, ob die Große Recht hat und in der Kugel des Fernsehturms tatsächlich Leute sitzen und fernsehgucken.

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Actually, Berlin isn’t really far away from our place. More or less three hours by train, with one time changing trains in between. That is pretty much the distance we can travel by train with our kids at daytime without any major catastrophes, boredom or mental breakdowns. That’s why we spontaneously booked a train ticket and a room at the youth hostel in Berlin in order pay a long overdue visit to my dear friend and my godchild. Not even the storm could have stopped us, even though our train was cancelled due to it.

Beside visiting my friend, we had one big other appointment this weekend. An audience with Tristan Otto. And everything that comes with it. But there was so much more. All the tractors and police cars, for instance, which lined the way to the Natural History Museum (there was a big demonstration that day, with many very sympathetic people!). The hobbit couldn’t stop cheering: “There, a taxi! Another taxi! Ooooh, a train! There, a bus, mama, a bus! Daddy, a tractor! A green tractor! Ooooh, another tractor! A police car! Look! A police car!! Oooh, many police cars! Another tractor! A red tractor! Look….”

My favorite moment, though, was the second when both kids were running into the first room of the museum and then suddenly stopped, with their mouths open. Their eyes went from the floor up to the ceiling high above them and there was a low and deeply impressed “ooooh!” coming from them. Yes, you need a moment to realise in front of what you are standing. And how tall they actually were! I wish I could put this moment of awe into a box and keep it until the end of my life.

When we wanted to see Tristan Otto, the little one needed some minutes to bring up enough courage. He is admiteddly very impressive and I am glad I won’t meet these teeth in reality. For the next to hours we walked around the museum, looking here and there, the kids were wondering about the weird stuff in the glasses and decided that it must be candles (and after the excitement with Tristan we didn’t bother to correct them). And when it got crowded at the museum and the concentration of the little one was low, we walked around the city and to our friends place where the kids were happily playing all afternoon.

In the evening, when our kids were sleeping, Karsten offered to watch some series in the bathroom (greetings to our friends in Switzerland who, on their first holiday in Italy as a family, ate their pizza on the toilet of the hotel room so they wouldn’t wake up the sleeping baby), and I met my friend in one of our old pubs.

For me, Berlin bears so many great memories of the past years and I tend to get quite sentimental at one point. It’s great that we are finally able to go on such awesome weekend trips with the kids. The nights were still slightly exhausting (the hobbit has a cold right now), but we will definitely be back. There is so much to discover. After all, the little one has to find out whether there are really people watching television at the top of the television tower.

 

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Freuden des Alltags / daily joys

(English version follows below)

Jedes Mal, wenn ich die Große zu ihrem Musikkurs gebracht habe, darf der Hobbit draußen eine halbe Stunde lang durch die Matschpfützen springen. Die sind seit Beginn des Kurses verlässlich vorhanden und werden sicher auch noch bis zum Sommer dort sein. Jedes Mal gehen wir im Anschluss zu dem kleinen Tante-Emma-Laden und suchen für 30 Cent Naschis aus (die Große bittet darum). Dafür bekommt man sechs Mäuse, oder sechs Gummiwürmer, oder auch sechs Lakritzstangen. Jedes Mal treffen wir dort die großen Geschwister der anderen Musikmädchen, die exakt dasselbe machen, nur für 50 Cent.

Und jedes Mal amüsiere ich mich beim Abholen der Großen still und heimlich über die Markierung des Notausganges. Ob wir uns wohl irgendwann trauen, die Tür zu öffnen?

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Every time, when I dropped the little one off at her music class, the hobbit is allowed to jump into puddles for the next thirty minutes. The puddles have been there since the beginning of the course, every week, and I am sure they will be there until summer. Every time, we then continue to the small corner shop and buy sweets for 30 cents (on behalf of the little one). We get either six sweet mice, 6 worms or 6 liquorice bars for it. Every time, we meet the elder siblings of the other music girls there. They do the exact same thing than we do, but they spend 50 cents.

And every time, when we are waiting for the class to finish, I am amused by the signage of the emergency exit. It is supposed to say “escape door”, but there is one letter missing (a second “t”) and instead it says “curse door”. Maybe one day, we’ll be adventurous enough to use this door.

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