Innehalten / pause

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fast Frühling/ almost springlike (guest entry by Karsten)

(English version follows below)

Heute war schon fast ein Frühlingstag – wäre da nur nicht der Wind gewesen, der einem doch ordentlich um die Ohren blies. Aber die ersten Schneeglöckchen in unserem Garten sind nun schon fast aufgegangen und die Große genoß es sichtlich im Gras zu liegen und in den Himmel zu schauen. Der kleine Hobbit lag auch kurz genüßlich neben ihr, aber nicht lange genug für mich um sie zu fotografieren, da ich meine Makrolinse mit der Festbrennweite installiert hatte und nicht schnell genug in Position war. Wir haben dann noch zusammen nach der Erdkröte gesucht, die wir gestern gefunden haben (nachdem wir sie ausversehen in ihrer Winterruhe gestört haben) aber sie scheint sich schon wieder verkrochen zu haben. Jetzt freuen wir uns schon alle darauf, dass die Gartensaison bald losgeht, Hochbeete gebaut werden, Gemüse gepflanzt wird und wir einfach in der Sonne liegen können.

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Today was almost springlike – hadn`t it been for the strong wind which was still blowing in our faces quite forcefully. Still, the snowdrops in our garden have almost opened their flowers by now and the little one quite obviously enjoyed it a lot to lie in the grass and look into the sky. The little hobbit also was lying next to her, but so briefly that I was unable to get into position fast enough to take a shot of them both (with my macro lens without zoom having been installed). We then tried to find the track down the European toad that we saw in the garden (having accidentally woken her from hibernation) but didnt find it again. Now we are eagerly awaiting the beginning of the garden season, when I can build the elevated flower bed, plant vegetables or just lie in the sun…

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erste Male 11 / firsts 11

(English version follows below)

Eine Besuchswoche liegt hinter uns, meine Eltern waren hier und wir haben viele schöne Sachen unternommen. Aufgrund von dicker Erkältung meinerseits wird ein entsprechender Beitrag aber verschoben. Dafür ein Schnappschuss bei meinem Abendspaziergang um den See um die Nase freizukriegen:

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Etwas unscharf, aber hey!! Dort im obersten Loch: mein allererster Waldkauz in freier Natur. Ich musste schon sehr an mich halten, um nicht den Rest des Weges vor Begeisterung zu rennen.

Und was sagt die Tochter, als ich ihr stolz das unscharfe Bild zeige und erkläre, was dort zu sehen ist? “Ach ja, den kenne ich doch schon! Den haben wir neulich schon gesehen!” Ein echtes Waldkind ist sie geworden!

(Und Mensch, ich sollte einfach immer meine richtige Kamera dabei haben! Hätte mich ja in den Hintern beißen können!)

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Last week, my parents visited us and we undertook a lot of nice things. But due to a cold, I am postponing any according blogposts. Instead, you see a snapshot taken during my evening round around the lake (in order to clear my nose).

It’s a little bit blurry, but hey!! There, in the top hole of the old tree trunk: my very first tawny owl in free nature! I really had to pull myself together not to excitedly run the whole way back to tell Karsten.

And what did my daughter say when I showed her the picture? “Oh, yes, I already know it! We saw it the other day!” She has turned into a real forest kid, hasn’t she?

(And gee, I should really remember to take our good camera with me the next time!!)

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zur Ruhe kommen / settling down

(English version follows below)

In den letzten Tagen haben wir gemerkt: so langsam kommen wir wieder zur Ruhe. Alles wird etwas entspannter, man nimmt vieles wieder lockerer, die Alltagsroutine geht einem mir wieder einfacher von der Hand (naja, fast) und in unserem neuen Zuhause gibt es immer mehr Ecken, bei deren Anblick wir zufrieden denken: “Es wird!”.

Dabei war es eigentlich ein geschäftiges Wochenende. Mit Kuchenbacken, Putzen, mal wieder Kisten auspacken, Urlaubsplanung (hurra!! Ein richtiger Urlaub dieses Jahr!), Nachmittagsbesuch und und und. Aber heute zum Beispiel, da durfte ich ausschlafen, wurde mit Kaffee geweckt, es gab frische Brötchen zum Frühstück, dazu Musik und ein Feuer im Kamin. Dann harmonisches Spielen der Kinder, gefolgt von einem Mutter-Tochter-Spaziergang zum See (Achtung, dort gibt es zur Zeit einen gefährlichen Feuerdrachen, vor dem wir weglaufen mussten!), schnelle Pizza zum Mittag und tatsächlich Mittagsschlaf beider Kinder. Ein ruhiger Nachmittag mit dem restlichen Kuchen vom Vortag, Gespiele, auf-den-Spielplatz-Gehen, schönem Sonnenuntergang, Badesession, Sandmann und Vorlesen. Harmonisch, gell? Klappt eben auch mal ab und an!

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These last days, we noticed: slowly but steadily we are settling down. Everything feels a bit more relaxed, we take many things a bit more lightly, the chores are not as overwhelming as they felt during the last months and in our new home there are more and more spots we look at and think: “We are getting there!”

It has been a busy weekend, still. With baking a cake, cleaning, unpacking boxes (again!), our holiday planning (horray! A real holiday this year!), guests and and and. But today, for example, I was allowed to sleep in. And I was woken up with a cup of coffee. There were fresh breadrolls for breakfast, and music and a fire. Then the kids played (peacefully!), followed by a mother-daughter-walk to the lake (Be careful! There is a really dangerous firedragon living there at the moment which was chasing us!). Pizza for lunch, and, believe it or not, a lunchtime nap for both of our children. A peaceful afternoon with games, left-over cake, a visit to  the playground, a beautiful sunset, a bathing session, watching Sandmann and reading books. Sounds harmonic, doesn’t it? Well, every now and then it works!

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eisig / icy

Heute auf dem Weg zum Kindergarten / Today, on our way to kindergarden

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1°C am Strand / 1°C at the beach

(English version follows below)

Das war vielleicht nicht die durchdachteste Sonntagsidee, die wir jemals hatten, aber wir wollten endlich mal an den Strand fahren und wenn nun dauernd Schietwetter ist, ja dann muss man halt bei Schietwetter an den Strand. Dementsprechend präsentierte sich die Ostsee düster, mit Geisterschiffen im Nebel und mit eisigkaltem Wind, wegen dem auch schnell wieder die Flucht hinter das Strandgras angetreten wurde. Wie gut, dass genau dort ein kleines und sehr feines Café auf uns wartete, wo wir zwar nur draußen sitzen konnten, aber immerhin windgeschützt und mit heißer Schokolade.

Nun wissen wir auch, dass die Ostsee genau zwei Lieselotte-Geschichten weit weg ist. Und immerhin: eine kleine Tüte mit Muscheln und Steinen haben wir mit nach Hause genommen, und Karsten hat den ersten schönen Hühnergott gefunden. Hoffentlich den ersten von vielen!

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Ok, maybe it wasn’t the smartest Sunday morning idea, but we have been planning to go to the beach for quite some time now and if the weather always feels the need to be lousy, well then that’s how it’s supposed to be, apparently. Accordingly, the Baltic Sea presented itself with gloomy, with ghost ships in the fog and icy wind, due to which we quickly retreated to the safety behind the beach grass again. What a coincidence that there was a nice little café waiting for us – with no free spots inside, but a wind-shaded place outside where we could warm ourselves with a hot chocolate and a piece of cake.

Now we also know that it takes only two audio stories of the “cow Lieselotte” to get to the Baltic Sea. And we brought back our first bag with collected stones and shells, and Karsten found our first hagstone. Hopefully many more will follow!

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Schnipsel / snippets

(English version follows below)

Meine Tochter kann jetzt mit einer Schere schneiden. Und übt diese neue Fähigkeit morgens, mittags, nachmittags und nach dem Abendbrot. Das sind ganz neue Dimensionen beim Aufräumen. 🙂

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My daughter learned how to use scissors. And is practising her new ability in the morning, after lunch, in the afternoon and after dinner. Tidying up suddenly involves a whole new dimension! 🙂

 

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ein bisschen Glitzer für meinen Ehemann / a bit of glitter for my husband

(English version follows below)

“Huch, schon wieder so ein wütender Beitrag!” war der Kommentar von Karsten, als ich mich gestern über die Weltpolitik im Groben und den fehlenden sprachlichen Schliff im Besonderen aufgeregt habe. Tja, was soll ich sagen…manchmal ist halt nicht alles rosa-glitzer, und mein Einhorn steht auch nicht immer im Garten.

Sowieso, ich würde auch gar kein Einhorn im Garten wollen (aber das nur so nebenbei). Ich habe ja stattdessen Waldtraut. Und Waldtraut ist viel cooler als ein Einhorn.

Nach einem Monat Waldkindergarten bin ich nun von fast allen Eltern gefragt worden, ob ich eigentlich immer aus Überzeugung mit dem Fahrrad fahre oder ob wir kein Auto haben. “Beides!” antworte ich dann. Karsten und ich haben tatsächlich noch nie ein eigenes Auto besessen. Bisher ging es immer ohne, und die monatlichen Kosten (gerade in der Schweiz, wo man über 100 CHF allein für den Parkplatz pro Monat zahlt) und die Auswirkungen auf die Umwelt haben uns bisher von einem Autokauf abgehalten. In der Schweiz ging das ganz gut: unser Ort war gut angebunden, ein Einkaufszentrum mit allen lebenswichtigen Dingen war nur zehn Minuten zu Fuß entfernt (mit Kind entsprechend 30 Minuten) und auch der Kinderarzt war in unmittelbarer Nähe. Zum Bahnhof lief man 20 Minuten. Alles andere war mit Rad oder Bus oder S-Bahn erreichbar.

In Deutschland ist es ähnlich, aber zugegebermaßen ein bisschen schwieriger. In unserem Ort ist alles etwas weitläufiger verteilt, so dass man mitunter einiges an Kilometern zurücklegt und die Kinder immer wieder ein- und ausladen muss. Das erfordert, je nach Wetter, manchmal etwas Überwindung. Mit dem Kinderwagen komme ich nur selten irgendwo hin. Aber auch das geht. Trotzdem wollen wir uns irgendwann ein Auto leisten. Denn mit zwei Kindern ist es schon praktisch, wenn man auch mal einen Großeinkauf machen kann und nicht jeden zweiten Tag los muss um Milch und Brot zu holen. Außerdem gibt es viele schöne Ausflugsziele in der Umgebung, die man aber mit ÖV nur schwer (oder gar nicht) erreichen kann. Aber wenn wir ein Auto kaufen, dann soll es eines sein, dass sich zumindest annähernd mit unserem Umweltbewusstsein vereinbaren lässt. Und bis dahin tucker ich halt mit dem Fahrradanhänger durch die Gegend.

Und während die anderen ihre Kinder mit dem Auto in den Kindergarten bringen, freue ich mich halt jeden Tag über die Natur. Über die Vögel, die morgens schon zwitschern, über den Specht, den ich immer höre oder über die Eule, die neulich im Morgengrauen auf einem Ast saß. Über den Mond, der sich an manchen Morgenden im See spiegelt. Über den Nebel zwischen den Bäumen. Oder, wie letzte Woche, über fabelhafte Sonnenaufgänge, die mich immer mal wieder andächtig innehalten lassen. Selbst wenn wir ein Auto hätten, würde ich weiterhin mit dem Rad zum Kindergarten fahren. Ich muss mir nur noch angewöhnen, die Kamera bei schönem Wetter dabei zu haben.

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“Oh dear, yet another angry blog post!” Karsten commented yesterday, when I got steamed up about world politics in general and the missing linguistic polish in particular. Well, what should I say…sometimes, it’s not all pink and glittery, and my unicorn is not always parked around the corner.

I wouldn’t want a unicorn around the corner anyway. ‘Cause I got Waldtraut instead. And Waldtraut is much cooler than a unicorn.

After one month with the forest nursery, I have been asked by almost all the parents whether I would cycle because on principle or because we don’t have a car. “Both”, I normally answer, and it’s true, Karsten and I have never owned a car. So far, we simply didn’t need one, and the monthly costs (especially in Switzerland where you already pay around 100 CHF each month for a parking space) and the impact on the environment were holding us off the purchase. In Switzerland, it was working quite well for us. Our town had a good infrastructure, a small shopping mall was 10 minutes away by foot (with kids 30 minutes accordingly) and also the pediatrist was nearby. We walked 20 minutes to the train station. Everything else was available via bike, bus or metro.

In Germany, it turns out to be slightly more difficult, at least in our town. Everything has a slightly longer distance and there is no shopping mall that combines all the important shops – so I cycle quite a bit, and I also have to “pack and unpack” every time I enter a shop. That requires, depending on the weather, a bit of overcoming. The buggy is hardly used at the moment as it takes too much time. But it still works. However, one day we’d like to buy a car. With two kids, it’s definitely an advantage to be able to do one big round of shopping every now and then instead of needing to buy milk and bread every second day. Also, there are a lot of nice destinations in the area which are difficult (or not at all) to reach via publich transport. But if we buy a car, we’d like to buy one that somehow agrees with our environmental consciousness. And until then I’ll do my daily trips by bike.

And while the other parents are driving their kids to the forest nursery by car, I am happy about all the small discoveries that I make on my way by bike. The birds, that are chirping in the morning, the woodpecker that I hear almost every day or the owl that I saw at dawn last week. The moon which is reflected on the frozen lake. The mist between the trees. Or the absolutely beautiful sunrises that make me pause on my way back. Even if we had a car, I would still cycle to the kindergarden. I just need to get used to bringing a camera with me.

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Ein bisschen mehr Stil, bitte! / A bit more style, please!

(English version follows below)

Man kann momentan wieder keine Nachrichten lesen ohne dabei jedes Mal die Krise zu kriegen, oder? Ich komme bald aus dem Kopfschütteln nicht mehr raus und frage mich fassungslos, wo das noch enden soll. Insbesondere das Land auf der anderen Seite des Ozeans sorgt ja für eine unmögliche Nachricht nach der anderen. Was mich neben den nicht absehbaren aber höchstwahrscheinlich auf Dauer katastrophalen Folgen am meisten ärgert ist dabei der Umgangston. Wo ist denn bitte die gute Ausdrucksweise geblieben? Ist in den sozialen Medien kein Platz mehr für höflichen Umgang und ein bisschen Eloquenz? Oder ist es neuerdings modern, dass Weltpolitiker locker flockig fluchen und derbe Sprüche bringen müssen? Wenn man schon täglich so frustrierende Nachrichten um die Ohren gehauen bekommt, dann doch bitte so, dass man zumindest ein gewisses Maß an Bildung bei den Führungskräften dieser Welt vermuten kann. (Aber der Anspruch darauf ist wahrscheinlich auch 2016 gestorben).

Ps: Und ja, ich weiß, dass es ganz andere Probleme gibt als die Ausdrucksweise von Politikern. Sehe ich genau so. Aber trotzdem! Das nervt mich alles!

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One can’t read the news nowadays without having a blue fit, can one? I can’t stop but wonder what went wrong and where it will end. Especially the country on the other side of the pond is causing one worrisome news after the other. Apart from the not foreseeable but most probably catastrophic consequences, I am really annoyed by the tone of communication. Where is the good style? Is there no place for a polite phrasing and a little bit of eloquence in the social media? Or is just hip for the world leaders of today to casually swear, use the f-word and show no good manners at all? If I already have to read such frustrating news, I’d love to read them in a way that indicates at least a certain level of education regarding the world politicians. (But this standard probably died in 2016 too).

Ps: And yes, I am aware that there are more serious issues than the manners of the world leaders. I completely agree. But still, it really annoys me!

 

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Ist der Ruf erst ruiniert…/ about reputation

(English version follows below)

Wir wohnen ja nun in einem kleinen Dorf. Noch kleiner als das Dorf, in dem wir vorher gelebt haben. Und es scheint so, als ob man sich in so einem Dorf doch recht schnell einen Namen macht. Heute morgen kam ich jedenfalls zur Post, diesmal mit Ausweis, und wurde mit den Worten “Ach ja, sie sind ja die Schweizer!” begrüßt. Das ist schon lustig, vor allem, weil die Frau tatsächlich dachte, wir wären echte Schweizer (eine Annahme, die angesichts unseres eindeutig nicht schweizerdeutschen Akzents bei jedem Schweizer Empörung auslösen würde).

Nicht ganz so lustig ist es allerdings, wenn einem dann auch jeglich Verhaltensaussetzer der Kinder nachhängen. Es gab nun halt diesen einen Zwischenfall im Dezember. Man stelle sich ein Postamt in der Woche vor Weihnachten vor: eine ewig lange Schlange, alle Leute mit Paketen unter den Armen, und dann ich mit Paketen und zwei Kleinkindern im Schlepptau. Und als ich endlich an der Reihe war, da rannten plötzlich beide Kinder zu den Ständern mit den Flyern, griffen beherzt zu und warfen jauchzend circa hundert Flyer in die Luft. Mir lief der Schweiß von der Stirn, Rauchwolken kamen aus meinen Ohren, und die Postbeamtinnen runzelten pikiert die Stirn. Und sie runzelten weiter, während ich schwitzend versuchte, einen wildgewordenen Einjährigen unterm Arm zu fixieren, eine uneinsichtige Dreijährige zum Helfen zu verdonnern und gleichzeitig die hundert Flyer wieder aufzusammeln. Von allen Leuten, die da standen und schauten und die Stirn runzelten kam mir genau EINE zu Hilfe – natürlich eine Frau, die ebenfalls zwei Kinder hatte.

So, und an diesen Zwischenfall erinnern sich diese Postbeamtinnen auch nach sechs Wochen noch! Und erzählen heute dann gleich auch, dass das wirklich nicht witzig war, weil sie die Flyer hinterher teilweise noch wieder sortieren mussten.

Nein, habe ich gesagt, ich fand das auch nicht witzig! Aber ich habe nun mal nur zwei Arme, und damit zwei Kinder festhalten und Päckchen abzugeben und zu bezahlen geht nun mal nicht gleichzeitig! Natürlich kam daraufhin der Hinweis, dass die Kinder ja auch lernen müssten, das sowas nicht geht. Also Leute, denk ich mir da, nun bleibt mal alle schön locker! Mein Sohn ist noch nicht mal 1,5 Jahre alt und der hat nun eben noch nicht gelernt, dass er nicht einfach juchzend Papier in die Luft werfen darf. Sowieso gibt es in  unserer Familie ja eine gewisse Lernresistenz, die sich in vielerlei Hinsicht auf den Nachwuchs zu übertragen scheint. Anstatt pikiert zu gucken und einem das wochenlang nachzutragen, könnte man ja auch einfach mal helfen! Irgendwann zahlen diese Kinder schließlich eure Rente!

Dass sämtliche meiner Postbesuche in letzter Zeit eher chaotisch waren, trägt leider nicht zur Besserung meines Rufes bei. Aber was soll’s. Besser verpeilt und liebenswert, als verklemmt und unfreundlich!

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As you might have noticed, we are now living in a small town. Even smaller than the town we lived in before (to be correct: half as big as before). And it appears that one is quickly known in a town like this.

This morning, I went to the post office (this time I brought my passport), and I was greeted with the words “Of course, you are the Swiss!”. Which is amusing, especially because the woman thought that we are indeed Swiss (an assumption that would almost assault a proper Swiss, regarding our definitely not-existent Swiss accent!).

But it’s not entirely amusing anymore if you notice that every small behavioural misfire of the kids is well remembered. See, there has been this one incident in December. Imagine a post office during the week before christmas: long queues, lots of parcels, sweating customers, and myself with several christmas parcels and two kids in tow. When it was finally my turn, my kids ran to the shelves with the flyers, grabbed about one hundred of them and threw them into the air, with loud jubilance. Sweat was running down my forehead, steam was coming out of my ears, and the post office clerks watched and furrowed their eyebrows while I tried to collect the one hundred flyers again, holding a one year old who’s gone wild and trying to convince a three year old to help. Of all the people standing and watching, exactly ONE woman decided to help me – of course a mother who had two kids herself.

And this one incident is still remembered by the post office clerks six weeks later! And they even tell me that it really wasn’t funny – they even had to sort some of the flyers again after I left.

No, I said, for me it wasn’t funny either. But unfortunately I only have two arms, and it’s not possible to hold two children, carry all the parcels and pay at the same time. Of course I was told that the kids have to learn that they are not allowed to do stuff like this. And I thought: For Christs sake, people, just try and relax! My son is not even 1,5 years old and no, so far he didn’t learn that he is not supposed to happily throw paper into the air. Also, there is a certain resistance to learning in our family and it seems to be inherited by some of our children as well. But instead of watching and furrowing your eyevbrows you could also try and help a little bit. After all, these kids are supposed to pay your pension one day.

The fact that all of by visits at the post office have been rather chaotic so far doesn’t really help to improve my reputation. Whatever. I prefer to have a “chaotic but still somehow lovely” reputation than a “uptight and unfriendly” one.

 

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