Freuden des Alltags / daily joys

(English version follows below)

Jedes Mal, wenn ich die Große zu ihrem Musikkurs gebracht habe, darf der Hobbit draußen eine halbe Stunde lang durch die Matschpfützen springen. Die sind seit Beginn des Kurses verlässlich vorhanden und werden sicher auch noch bis zum Sommer dort sein. Jedes Mal gehen wir im Anschluss zu dem kleinen Tante-Emma-Laden und suchen für 30 Cent Naschis aus (die Große bittet darum). Dafür bekommt man sechs Mäuse, oder sechs Gummiwürmer, oder auch sechs Lakritzstangen. Jedes Mal treffen wir dort die großen Geschwister der anderen Musikmädchen, die exakt dasselbe machen, nur für 50 Cent.

Und jedes Mal amüsiere ich mich beim Abholen der Großen still und heimlich über die Markierung des Notausganges. Ob wir uns wohl irgendwann trauen, die Tür zu öffnen?

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Every time, when I dropped the little one off at her music class, the hobbit is allowed to jump into puddles for the next thirty minutes. The puddles have been there since the beginning of the course, every week, and I am sure they will be there until summer. Every time, we then continue to the small corner shop and buy sweets for 30 cents (on behalf of the little one). We get either six sweet mice, 6 worms or 6 liquorice bars for it. Every time, we meet the elder siblings of the other music girls there. They do the exact same thing than we do, but they spend 50 cents.

And every time, when we are waiting for the class to finish, I am amused by the signage of the emergency exit. It is supposed to say “escape door”, but there is one letter missing (a second “t”) and instead it says “curse door”. Maybe one day, we’ll be adventurous enough to use this door.

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gut gemacht? / well done?

(English version follows below)

Neulich, bei meinem regelmäßigen Schnuppern im Schweizer Familienblog, habe ich einen Beitrag zum Thema “gut gemacht” gelesen. Mit der Aufforderung, zu schreiben, was man seiner Meinung nach mit seinen Kindern gut macht. Und weil mir dir Frage nicht mehr aus dem Sinn ging, nehme ich einfach mal an der Blogparade von Séverine teil. So ein bisschen zufrieden sein mit dem, was man als Eltern macht, das ist jawohl nicht so schwer?

Anscheinend doch.

Immer wieder habe ich zwischendurch an diese Frage gedacht und überlegt, in welchen Situationen oder bei welchen Verhaltensweisen ich selber zu mir sagen kann “Das habe ich gut gemacht!”

Höflichkeit zum Beispiel. Finde ich wichtig und da achte ich auch drauf. Die Kinder wissen das auch. Ich kann non-verbal mit einem einzigen Blick kommunizieren, dass das Wort “Bitte” fehlt (ein leichtes Hochziehen der Augenbrauen ist alles, sehr effektiv!). Ich achte auch drauf, dass sie sich bedanken, wenn sie etwas bekommen. Aber das heißt nicht, dass sie das immer tun, ha, nein, wirklich nicht. Kann ich noch nicht wirklich als Erfolg verzeichnen.

Das Thema Essen fällt mir ein. Ich muss nicht extra irgendwelche Kindersachen kochen. Meine Kinder probieren immer mal wieder etwas Neues – neulich waren es Oktopus-Saugnäpfe, wo selbst ich kapituliert habe – und Gemüse kriege ich auch irgendwie in sie rein (nicht mehr so einfach wie früher, aber immerhin). Am Liebsten spielen sie Gemüse-Dieb. Da stelle ich als erstes beim Tischdecken eine Schale mit Gemüse auf den Tisch und sage mit strenger Stimme “Davon dürft ihr auf keinen Fall, unter keinen Umständen etwas von essen!”. Und los geht der Spaß.  Das läuft also ganz gut. Aber viel zu oft greife ich zu irgendwelchen schnellen Essen, weil die Zeit knapp ist. Nudeln mit Ketchup, Tiefkühlpizza, Maultaschen. Und überhaupt: die Tischmanieren. Die sorgen für regelmäßige Rauchwolken über meinem Kopf. Es kann doch nicht so schwer sein, für zehn Minuten ruhig auf seinem Hintern zu sitzen? Mein Vorschlag, draußen einen kleinen Schweinestall zu bauen wo die Kinder dann essen können stößt immer wieder auf große Begeisterung beim Nachwuchs.

Mh, was machen wir denn gut? Wutanfälle sind zur Zeit an der Tagesordnung, Aufräumen tut hier meist keiner außer mir und hören tun die Kinder auch nicht. Manchmal rede ich mir echt den Mund fusselig. Paradebeispiel neulich: auf “So, jetzt werden Zähne geputzt!” wird mit “Komm, kleiner Hobbit, wir spielen Verstecken!” reagiert. Ääähm….

Und sowieso gibt es ja immer wieder Tage, da läuft einfach alles schlecht. Da ist man selber schlecht drauf und muffelt die Kinder an und abends sitzt man da und kann sich selbst als Mutter überhaupt nicht leiden. Am Wochenende war zum Beispiel wieder so ein Tag. Und dann man wiederum so Momente, da schafft man es, einen Wutanfall der Kinder ganz entspannt zu begegnen, ganz ruhig zu bleiben. Dann denke ich mir in der Tat hinter “Gut gemacht!” Aber das kann es doch nicht sein? Wenn ich könnte, wäre ich  als Mutter geduldiger, lustiger, entspannter. Ich würde gesünder kochen, mehr rausgehen, mehr spielen.

Vielleicht hat ja der Ehemann und Vater eine spontane Idee, was wir als Eltern gut machen?

Anscheinend nicht. Auf meine Frage hin prustet er los und fragt “Dein Ernst jetzt?”. Ja, mein Ernst. Es folgte kurzes Überlegen. “Dass wir sie gezeugt haben?”.

Da hat er ja nicht Unrecht. Das haben wir schon fein gemacht. Und ich finde übrigens auch, dass wir zwei sehr feine, lustige und liebenswerte Kinder haben. Aber ich glaube gleichzeitig, dass man das nicht unbedingt an bestimmten Punkten unserer Erziehung festmachen kann. Es spielen doch so viele Faktoren mit rein, mal ganz abgesehen vom eigenen Charakter und Wesen des Kindes – wir wollen ja nicht vergessen, dass es sich um eigenständige Menschen handelt! Dass die Große zum Beispiel so super mitläuft wenn wir Unternehmungen machen, das hat gar nichts mit mir zu tun. Der Gedanke, bei der Erziehung etwas gut oder schlecht zu machen hat für mich in dem Zusammenhang ein bisschen den unguten Beigeschmack, dass man Kinder einfach formt. Viel wichtiger ist doch, was man den Kindern selber vorlebt. Wir wollen unseren Kindern unter anderem Empathie, Weltoffenheit, Toleranz, Höflichkeit und Gerechtigkeit vorleben. Aber unsere Kinder sind noch echt klein – viele dieser Werte kann man in dem Alter einfach noch nicht erwarten.

Viele Dinge sehen in Relation mit anderen Familien auch mal positiver und mal negativer aus. Es gibt immer Situationen, in denen man denkt “Das machen meine Kinder besser!” oder “Bin ich froh, dass meine Kinder das anders machen!”. Gleichzeitig gibt es genau so viele Situationen, wo man denkt “Ich wünschte, meine Kinder würden das auch machen!”. Im Vergleich zu den einen bin ich streng. Im Vergleich zu den anderen überhaupt nicht. Vergleiche sind gefährlich. Entweder, sie steigen einem zu Kopf, oder sie frustrieren. Eigentlich sollte man Vergleiche wirklich sein lassen.

Und überhaupt, wenn man sich als Mutter nicht selber auf die Schulter klopfen kann, sondern so unglaublich kritisch ist, bedeutet das nicht gleichzeitig, dass man genau so kritisch seinen Kindern gegenüber ist? Ist das nicht so, als wäre ich komplett unzufrieden mit meinem Nachwuchs? (An dieser Stelle war ich dann übrigens erst recht unzufrieden mit mir selber).

So ist das doch nicht! Meine Kinder treiben mich zwar oft in den Wahnsinn. Aber sie sind super, und zwar genau so wie sie sind. Wir lieben sie über alles. Vielleicht sollte man nicht nur die Vergleiche sein lassen, sondern auch mal als Eltern mehr Vertrauen in sich selbst haben und weniger selbstkritisch sein. Weniger auf Reaktionen in der Öffentlichkeit geben (denn die können mitunter frustrierend sein, aber da muss man den Fehler nun auch nicht immer bei sich selbst suchen!). Und weniger kritisch den Kindern gegenüber sein.

Irgendwann habe ich übrigens die Große gefragt, was ich als Mama gut mache. Sie hat gesagt, dass ich immer gut auf sie aufpasse und sie gut trösten kann. Das hat mich gefreut. Und dann meinte sie, dass sie es auch gut findet, dass ich ihr immer Süßigkeiten gebe. An dieser Stelle konnte ich mir ein triumphierendes, gedankliches “Ha!” nicht verkneifen, denn es herrscht ja bei den Großeltern mitunter die Sorge, wir würden unseren Kindern nichts Süßes gönnen. Das sei also hiermit offiziell widerlegt!

Und dann ist mir tatsächlich doch noch etwas eingefallen, was wir gut machen. Uneingeschränkt, wie ich finde. Das ist die Sache mit der Phantasie und dem Geschichten ausdenken. Dazu muss man wissen, dass die Große, als sie klein war, immer abends ein Lied über ihre zwei besten Freunde hören wollte. Irgendwann hat Karsten einfach improvisiert und sich eines ausgedacht. Poetry Slam, sozusagen, nur – nun ja, ohne poetry. Seit dem Abend hört die Große, die damals klein war, am Liebsten ausgedachte Lieder. Das ist gar nicht so einfach, geht aber, wenn man einfach mal auf schöne Melodien und Reime verzichtet. Man hat also seine Standard-Melodie (bei Karsten ist es angelehnt an “Anne Kaffeekanne”) und dann singt man einfach drauf los, meist recht dissonant und schaurig von der Satzstruktur, aber immerhin.

Irgendwann wollte die Große dann ein Nilpferd-Lied hören. Und dachte sich jeden Abend neue Dinge aus, die in dem Lied vorkommen sollen. Das ist nämlich der Vorteil: man kann sich die Schlaflieder selber ausdenken. Eine unserer schönsten Kombinationen bisher: ein Nilpferd-Lied in dem das Nilpferd in der Röhrenrutsche steckenbleibt, einen Stern findet und etwas Lilanes auf dem Weg liegt.

Zwischendurch wurde das Nilpferd abgelöst vom Pinguin, und manchmal muss Karsten ganz einfach vorsingen, was so an dem Tag passiert ist.

Ich singe weniger gerne ausgedachte Lieder. Bei mir sind es Geschichten oder Reime. Das geht ganz wunderbar beim Wandern. Oder um die Kinder in allerlei Momenten abzulenken. Beim Haarebürsten zum Beispiel. Seit ich beim Bürsten irgendwelche Quatschreime erzähle, gibt es erstaunlicherweise keine Tränen mehr. Vorher war es ein Drama.

Inzwischen dichtet die Große selber. Und singt ausgedachte Lieder. Dissonant und mit merkwürdiger Satzstruktur, aber total herzerwärmend und toll. Sie singt dem Kleinen Nilpferd-Lieder vor. Und denkt sich feine Geschichten aus. Phantasie ist so wichtig, finde ich! Ohne Phantasie ist das Leben langweilig, und ohne Phantasie kommt man nicht weiter. Und einfach drauf los zu spinnen, das will auch gekonnt sein.

Doch, da haben wir was gut gemacht! Und vieles andere hoffentlich auch.

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When I recently browsed through my regular Swiss family blog, I read an article about “well dones” with your children, and the invitation to blog about our own things that we, in our opinion, do well when it comes to raising kids. And since I couldn’t stop thinking about this question, I decided to join Severine and write about it. It can’t be too difiicult to find some things we do well, can it?

Well, apparently it can.

Again and again I pondered, trying to find situations or behaviours where I can pat myself on my back and honestly say to myself: “well done!”

Politeness, for instance. I think it is important and I try to teach my children the same. The children know the basic rules. I have also perfected a non-verbal way of communicating that the word “please” is missing (a slight raise of my eyebrows is all it takes). I pay attention that they say thank you when they receive gifts. But it doesn’t mean that they do it all the time. Ha, no, definitely not. I can’t really claim a success here so far.

Food comes to mind. I don’t need to cook any special children meals. My kids are open to try new stuff – recently, they tried octupus cups (even I surrendered!) – and they are eating enough vegetables. They love to play “vegetable thief”. When I prepare dinner, I often start the preparations with putting a small plate of vegetables on the table and I say with a smile and an important voice “You are not allowed to eat any of these. Not under any circumstances!”. And then the fun begins. It’s quite good, really. But there are too many times when I prepare something really quick instead of something healthy. Noodles with ketchup, frozen pizza (heated up, obviously) or sweet rice. And talking of food: the table manners. A cause for regular breakdowns on my side. Somehow, it seems impossible for my kids to calmly sit for ten minutes. My threat to build a pigsty in our garden where they can eat causes utmost delight and amusement among them.

Mh, what are we doing well? Tantrums are a regular thing right now, there is noone tidying up but me, and it’s not like the kids are doing anything I tell them to do. Sometimes, I wonder whether they actually hear me. Prime example from last week: I say “Ok, it’s time to brush your teeth!”. The little one replies: “Come, hobbit, let’s play hide and seek!” Ahem?

And anyway, there are always these dreadful days where everything goes wrong. I’m in a bad mood and I am grumpy with the kids and in the evening I sit on the couch and can’t stand myself, not as fellow human being and especially not as a mother. But then again, there are these rare times when I manage to face a tantrum patiently and calmly and lovingly. Then I do think “well done!” afterwards. But that surely can’t be it? I would love to be more patient, more fun, more relaxed as a mother. I would cook healthier, go outside more often and play more.

Maybe the husband and father has a good answer to the question what we have done well as parents?

Apparently not. When being asked the question, he bursted into laughter and asked back “Are you serious?” Yes, I am. A short pause of reflection followed. “That we made them?”

Well, he has a point there. We did that well! And by the way, I think we have two very lovely, funny and fine children. But I also think that this doesn’t necessarily depends on our way of upbringing. There are so many other factors which influence them, and then there’s their very own character and personality as well – we don’t want to forget that they are, after all, independent human beings, do we? For instance, the fact that the little one is really good company on hikes doesn’t have anything to do with my upbringing. It just happens. The thought to do something well (or not well) in terms of upbringing has, for me, the slightly bad connotation that one is trying to form the children. For me, it is more important what kind of role model we as parents try to be. We would like to show our kids the importance of being polite, empathic, tolerant and fair. But our kids are still really young – many of these values can’t be expected at their age.

Many things are positive or negative depending on other families I happen to compare us to. There are always situations where I think “My kids are doing this better!” or “Gee, I’m happy my kids are not doing this!”. At the same time there are moments when I think “I wish my children would do this too!”. Compared to some, I am a strict mother. Compared to others, I am not strict enough. Comparisons are dangerous. Either they go to your head, or they frustrate. One should really stop comparing.

And anyway, when I as a mother am not able be happy with myself in terms of raising children, doesn’t it also imply that I am not happy with my children? Doesn’t critisizing me also means critisizing my children? (At this point, I was by the way really frustrated with myself).

It’s not like this! My kids are driving me crazy every now and then, yes. But they are awesome, and they are awesome exactly the way they are! We love them more than anything! Maybe one shouldn’t just stop comparing oneself, but one should also trust more in one’s abilities as parents. Be less self-critical. Care less about the opinions in public. And be less critical towards our children.

At one point, I asked the little one about her opinion. What do you think I’m doing well as your mom? She said I always take good care of her and I can console her very well. That made me happy. And then she also liked that I always give her sweets. (I couldn’t resist a triumphant “Ha!” in my thoughts, because the grandparents are always seriously worried that our children suffer from not being allowed any sweets. I herewith officially disprove this assumption!)

And then, I finally found something that we do well. Absolutely. It’s the thing with the imagination and the story-telling. To understand it, you need to know that the little one, when she was little, insisted on songs about her two best friends. After insisting long enough, Karsten finally gave in and made up a song. Poetry slam, so to say, just – well, without the poetry. Since this very evening, the little one loves to listen to made-up songs. It is not as easy as it sounds, but once you stop trying to sound melodic and to come up with proper rhymes, it’s fine. We have a standard melody from a children song, and then Karsten just starts singing, most of the times rather dissonant and with a terrible structure, but with a high entertaining value.

After a while, the little one wanted to listen to hippo songs. And every evening, she came up with new ideas what the song should include. One of the coolest songs was supposed to include a hippo that got stuck in the slide, holding a star and something purple colored was supposed to be on the ground.

Sometimes the hippo gets replaced by a penguin. And often Karsten is simply asked to sing about what happened during the day.

I don’t do the improvised singing so much, but I prefer stories and rhymes. That’s a great advantages when going on hikes. Or when I try to distract the children in various moments. When brushing their hair, for instance. Since I started to come up with nonsense-rhymes during the brushing, there are no more tears. Before that, it was a drama.

By now, the little one is a good storyteller herself. She sings made-up songs. Dissonant and with a weird way of rhyming, but truly heartwarming and great. She sings hippo songs for the hobbit. And she comes up with awesome stories. Imagination is so important, in my opinion. Without imagination life is boring, and without imagination you won’t achieve much in life. And simply start telling nonsense is an art too.

Yes. I’d say that’s something we have done well so far! And hopefully some other things, too.

 

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Eisbahn / ice skating rink

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Normalerweise ist die Hälfte des Spielplatzes hinter unserem Haus überschwemmt. Also so richtig überschwemmt. So, dass man extrem mit dem Kleinen aufpassen muss, weil ihm das Wasser an einigen Stellen bis zum Bauch gehen würde. Natürlich haben diese Pfützen eine gewisse Anziehungskraft. Und deswegen muss ich oft nach zehn Minuten mit pitschnassen Kindern wieder nach Hause.

Wenn es allerdings mal richtig kalt wird, dann hat man statt großen Pfützen eine richtig tolle Eisbahn hinterm Haus. Und muss noch nicht mal lange warten, bis das Eis fest genug ist um einen zu tragen. Schade nur, dass es nur einen einzigen Tag lang so richtig kalt war…Inzwischen sind wir wieder bei +2°C angekommen und den entsprechend großen Pfützen.

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 Normally, more than half of the playground next to our house is flooded. Really, really flooeded. So flooded that one needs to be extra careful with the hobbit because at some parts, the water would be too deep. Of course these mega-puddles are very attractive to children. And that’s why I normally have to go back inside again after ten minutes on the playground, accompanied by to very wet children.

But when the temperatures drop below zero, these puddles turn into a really awesome ice skating rink. And one doesn’t even need to wait very long for the ice to be thick enough. It’s just a pity that the short stretch of cold weather was over again after just one day. Now we are back to +2°C and puddles.

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Montagmorgen / Monday morning

(English version follows below)

Für den Montagmorgen standen Dinge wie Staubsaugen, Boden wischen und ein bisschen Schleswig-Holsteinische Geschichte auf meiner Liste. Doch der Morgen war frostig und als ich die Kinder abgegeben hatte, ging am blauen Himmel groß und orange die Sonne auf. Und wie so oft mussten die Pläne warten und ich fuhr kurzentschlossen ins Eidertal für einen kleinen (und kalten) Winterspaziergang. Der Weg lag dort am Anfang zwar noch im Schatten, aber ein bisschen später gab’s reichlich Gelegenheit Vitamin D zu tanken.

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On this Monday morning, things like vacuuming, moping the floor and learning a bit about North German history was on my list. But the morning was cold, and when I dropped of the kids at the daycare, a big and orange sun was rising on a blue sky. And the list had to wait, like it has on days like this, and was replaced by a nice (and icy) walk along the Eider river. Oh,  the freedom of mornings without appointments!

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es wird! / it’s getting there!

(English version follows below)

Dieser heutige Sonntag stellt sozusagen einen Meilenstein in unserem Elterndasein dar. Nicht nur konnten Karsten und ich heute beide morgens im Bett liegen bleiben während die Kinder nebenan im Kinderzimmer alleine gespielt haben (das wir trotzdem um kurz nach sechs geweckt wurden ignorieren wir mal). Nein, wir waren auch zum Frühstück bei Bekannten eingeladen und saßen tatsächlich 1,5 Stunden (!!!!) mit ihnen am Frühstückstisch und haben uns unterhalten, während alle Kinder friedlich miteinander gespielt haben. Der Hobbit mit seinem Kumpel, den er von der Tagesmutter kennt, und die Große mit seinem großen Bruder, der nur ein Jahr älter ist als sie. Das war das erste Mal seit Geburt der Kinder, dass wir so lange ungestört beim Frühstück sitzen konnten.

Nur einmal, da musste der andere Vater kurz aufstehen und schimpfen, weil sein kleiner Sohn im Nebenzimmer mit Holzkugeln versuchte, die Fensterscheiben einzuschmeißen, während unser Sohn daneben stand und sich die Ohren zuhielt.

Es wird, würde ich sagen!

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This Sunday may enter history as a milestone in our life as parents. We were not only able to stay in bed this morning while the kids were happily playing together in their room (let’s ignore the fact that we were still woken up shortly after six, shall we?). No, we were also invited for breakfast at the family of the hobbit’s playmate and we managed to sit down and eat and talk undisturbed for – wait for it – 1,5 hours!! While all the kids (ours and the ones of our friends which are almost the same age as ours) were playing peacefully and in a talk-friendly distance to the breakfast table. It was the first time since the birth of our children that we were able to have such a long breakfast and to actually have a conversation without being disturbed in between.

Just once, the other father had to check on the younger kids and told his son off, who was throwing wooden balls against the window, checking if they could break, while ours was standing next to him, blocking his ears.

It’s getting there, I tell you!

 

 

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Staunen / amazement

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Heute Abend nach dem Abendbrot: minutenlanges, andächtiges Staunen, als wir alle Vier auf youtube gefrierene Seifenblasen anschauen. Jetzt hoffen wir, dass es vielleicht doch nochmal kälter wird bei uns!

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This evening after dinner: a long amazed pause while all of us were watching the freezing bubbles on youtube. We now hope for some colder temperatures to try it ourselves!

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Jahresausklang / the end of the year

(English version follows below)

Wir sind zurück aus zehn Tagen Familienfeiern, Plätzchen essen, Geschenke auspacken und Freunde treffen. Der Jahresausklang war trubelig und gemütlich – die Kinder haben sich gefreut, ihre Cousinen und Cousins zu treffen, wir haben Weihnachtskugeln bemalt, begeistert gesungen, die Große war das erste Mal im Weihnachtsmärchen, ich habe einige alte Klassenkameraden getroffen und der Weihnachtsmann kam sogar zweimal. Der Kleine war allerdings herzlich wenig beeindruckt von ihm – es fiel ihm schwer, überhaupt mal von seinem Weihnachtsgeschenk (einer Magnetmaltafel) hochzuschauen – und die Große bemerkte nach der Begrüßung gleich ganz richtig, dass der Weihnachtsmann ja wie Opa klingen würde und wo Opa eigentlich gerade sei (da muss wohl jemand noch an seiner Performance arbeiten…). Es war abends sogar Zeit, um mit den Star Wars Fans der Familie ins Kino zu gehen.

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Silvester haben wir ganz gemütlich mit Freunden im Harz verbracht, wo allerdings der erhoffte Schnee ausblieb. Als Alternativprogramm haben wir Höhlen besucht, Spielplätze unsicher gemacht und waren beim Winterspektakel auf der Wernigeröder Burg. Besonders genossen haben wir abends das gemeinsame Escape-Spielen – sehr zu empfehlen und mit Suchtfaktor – und nun wissen wir leider gar nicht, mit wem wir das letzte und schwierigste Spiel spielen sollen.

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Hüpfend geht es viel schneller bergab! / It’s much faster when you bounce downhill!

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Zum Start ins neue Jahr haben wir uns Quedlinburg angeschaut und ich konnte gleich einen sechs Jahre alten Gutschein von Karsten einlösen (über einen Besuch einer Welterbestätte). Schwer begeistert war ich während dieses Urlaubs mal wieder von der Großen, die ohne Beschwerde alle Spaziergänge und Stadtrundgänge mitmachte. Das darf gerne so weiter gehen!

Nun hat also das Jahr 2018 begonnen. Viele gute Vorsätze sind schon wieder über Bord geworfen – die Gedanken sind ja ganz nett, aber die Umsetzung, wie meistens, sehr frustrierend – und wir freuen uns schlicht und ergreifend auf viele schöne und erinnerungswürdige Momente und hoffen auf wenig Sorgen und Ärger. Euch wünschen wir dasselbe!

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We are back home after ten days of family gathering, cookie eating, gift unwrapping and meeting friends. The end of the year was happy and cozy – the kids were happy to be with their cousins, we painted christmas baubles, sang christmas carols (loud and slightly cacophonous, as usual), the little one went to see her first christmas play in the theater, I met some old friends from school and one evening, there was time to join the Star Wars fans of the family at the cinema. Also, Santa Claus swung by. The hobbit was very unimpressed by him, though – he even had difficulties to stop playing with his new christmas gift (a magnet drawing board) in order to get his gift from Santa – and the little one correctly noticed that Santa Claus sounds like grandpa and that grandpa wasn’t in the room…..looks like someone needs to practice his performance :-).

We spent New Year’s Eve with friends in an area which is supposed to be snowy in winter, but well… alternatively, we visited caves, playgrounds and the winter market at the castle in Wernigerode. A special treat were the games once the kids were asleep: we tried the board game version of the Escape Rooms and were quickly addicted.

On the first day of the new year, we visited Quedlinburg (which had been on my places-to visit list ever since I studied World Heritage) and we were blessed with sunshine and happy kids. I was generelly very impressed by the stamina of the little one – it’s such a joy to go on walks and trips with her!

2018! The first days have passed and most of the good resolutions are already cancelled – the thoughts were nice, but the implementation rather frustrating, as always. Instead, we are simply looking forward to many happy and memorable moments and hoping to have as little worries and trouble as possible. And we wish you the same!

 

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Ein ganzes Jahr / a whole year

(English version follows below)

Ein ganzes Jahr ist es mittlerweile her, dass wir unseren Freunden in der Schweiz Lebewohl gesagt und uns für die nächsten Jahre in Norddeutschland niedergelassen haben. Ein Jahr, in dem so viel passiert ist und wir so viel Neues erlebt haben (aber eigentlich kann man das von jedem Jahr sagen, oder nicht?).

Der Anfang in Norddeutschland fiel gar nicht so leicht. Mir zumindest nicht. Es war Winter (und ich hatte verdrängt, wie trübe, nass und grau die Winter hier oben sind), ich steckte mit beiden Kinder zu Hause im Umzugschaos fest und wir hatten als Fortbewegungsmittel nur das Fahrrad. Das Haus hatte sich gegen uns verschworen und zeigte in den ersten Wochen erstmal alle seine Fehler und Baustellen auf. Mir fiel gefühlt jeden Tag die Decke auf den Kopf.

Im Januar kam dann kam die Große in den Waldkindergarten und fand dort endlich neue Freunde. Wir nutzten jede Möglichkeit, um raus zu kommen. Um die Strecken besser bewältigen zu können, kaufte ich mir seit fünfzehn Jahren ein neues Fahhrad. Etwas später als geplant, aber doch immerhin im Frühling wurde der Hobbit bei der Tagesmutter eingewöhnt, was für mich eine große Entlastung bedeutete. Im Mai haben wir uns dann unser erstes Auto gekauft und nutzen es seitdem regelmäßig, um Ausflüge zu machen. An die Nordsee, zur Flensburger Förde, an den Strand, ins Freilichtmuseum oder oder oder. Die Gegend, in der wir wohnen, ist einfach wunderschön und wir genießen es sehr, so schnell in der Natur zu sein.

Schnell in der Natur sein heißt in dem Fall aber auch, dass hier jetzt nicht gerade das Leben tobt. Ab und an vermisse ich doch das Leben in der Stadt, die Möglichkeiten Leute kennenzulernen und die Freiheit, in Lauf- oder Busdistanz die Sachen einzukaufen, die man braucht. Bei uns im Ort gibt es zum Beispiel nirgends ein Geschäft, wo man Druckerpatronen kaufen kann. Da merkt man erstmal, wie oft bei unserem Drucker die Patronen alle sind, echt mal.

Ein riesiger Unterschied ist übrigens auch die Wohnsituation. Genauer gesagt, die Nachbarschaft. In der Schweiz haben wir in einem Miethaus gewohnt und waren mit unglaublich netten Nachbarn gesegnet. Man hat ständig Leute getroffen, sei es im Treppenhaus, bei sich zu Hause zum Kaffee trinken und spielen oder im Garten. Das fehlt mir hier total. Hier wohnen wir in einem alleinstehenden Haus. In den direkten Nachbarhäusern wohnen keine Familien, das eine steht seit dem Sommer leer. Wir können zwar nach Lust und Laune Krach machen, aber man ist dabei alleine.

Ähnlich ist es mit dem Garten. Oft fehlen uns unsere Freunde im Garten. Die Unterhaltungen. Die Ratschläge. Das gemeinsame Unkrautjäten. Und die Sticheleien, wenn gewisse andere Familienmitglieder danebenstehen und aus dem Reden nicht mehr raus kommen, während alle anderen arbeiten. Dafür haben wir einen viel größeren Garten, mit viel Platz zum Toben und zum Ausleben von Ideen. Den Blick vom Schlafzimmer aus in den Garten genieße ich sehr, und besonders lustig ist es, seitdem man jedes Mal Eichhörnchen sieht. In diesem einen Jahr haben wir erstmal versucht abzuwarten und zu sehen, was wo wächst. Aber so ganz geduldig waren wir trotzdem nicht und haben viel gearbeitet, gestaltet und gepflanzt. Nun sind wir alle sehr gespannt, wie es nächstes Jahr aussieht.

Also, im Großen und Ganzen finden wir, dass wir hier an einem feinen Fleckchen Erde gelandet sind. Wir haben etwas unterschätzt, wie lange es dauert, sich wieder ein gutes soziales Netz aufzubauen, in dem man ein gewisses Level an Vertraut- und Ungezwungenheit hat. Aber das kommt hoffentlich irgendwann. Im neuen Jahr werde ich, so wie es aussieht, auch wieder arbeiten. Anders, als gedacht, aber ich freue mich sehr und es wird spannend.

Und die Freunde in der Schweiz, die werden so oder so auch weiter vermissen. So ist das halt mit Freunden und Umzügen. Aber dafür haben wir ja genügend Platz für Gäste!!

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It has been over a year that we bid farewell to our friends in Switzerland and moved to Northern Germany. A year in which so many things happened and in which we made so many new experiences (but isn’t that the case with every year?).

The beginning in Northern Germany wasn’t as easy as expected or hoped for. At least not for me. It was winter (and somehow I forgot how wet, grey and dull the winter up here are), I was stuck with both children at home in the middle of the finest chaos, boxes everywhere, and our only way of transport was my bike. The house decided to plot against us and showed us all his flaws and weaknesses during the first weeks. I had serious cabin fever.

In January, the little one started to go to the forest kindergarden and finally made new friends. We took every opportunity to go out and explore. In order to be more mobile, I bought my first bike after fifteen years. A little bit later than planned, the hobbit started to go to a nursery three mornings a week, which brought some necessary relief for me. In Mai, we bought our very first car and we use it ever since for some great activities. The North Sea, the Flensburg fjord, the beach, the open-air-museum – you name it, it’s all in our reach now! The area we live in is indeed beautiful and we feel very blessed to have so much nature around us.

But having nature around us also means that we are not living in a vibrant city. Every now and then, I miss living in a city – the various opportunities to meet people and the freedom to buy stuff within walking- or bus distance. There is, for instance, no shop in our town where we can buy ink for our printer. It’s only now that we notice how often we actually need ink…

Another big difference are the living conditions. Particularly the neighbourhood. In Switzerland, we lived in a tenement and we were blessed with some great neighbours. We always met people, either in the hallway, at home for a coffee or in the garden. I really miss it. Here, we live in a single house. There are no families living right next to us, in fact the house to our right side has been empty since summer. We can be as loud as we want, yes, but we miss the communication.

It’s simliar with our garden. Often, I miss our friends in the garden. The conversations. The advice. The harmonious weeding. And the teasing when a certain family member would just stand there and talk while every one else is busy. On the other hand, we have a big garden with lots of space for running, playing and working on our own ideas. I very much enjoy the view from our bedroom, especially since there are so many squirrels around. This first year, we tried to wait and see what grows where (and when). But we didn’t quite manage to just wait. In fact, we were working, designing and planting a lot. And now, we are pretty excited how everything will turn out next season.

So, all in all we think that we landed in a pretty nice spot. We underestimated the socialising a little bit, and how long it takes to build up a good social network with a certain level of trust and familiarity again. But we are working on it. And it looks like I will be working at least some hours a week next year. It will be different than the plans I originally had, but I am very much looking forward to it.

And our friends in Switzerland – well, they will be missed no matter what. That’s how it is with friends and moving. But we have plenty of space for guests now!!

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Weihnachtsgrüße / christmas greetings

(English version follows below)

Bei den ganzen Beiträgen über Indien in diesem Monat könnte man meinen, hier herrscht überhaupt keine Weihnachtsstimmung in unserem Hause. Aber der Schein trügt. Es weihnachtet schon seit Ende November bei uns, mit allem drum und dran. Lebkkuchenhäuser (bereits verzehrt), Plätzchen backen (bereits verzehrt), Nikolaus (bereits verzehrt), Weihnachtsbaum am zweiten Advent geschlagen und geschmückt (steht noch) und fleißig Weihnachtslieder gesungen und gespielt. Weihnachtspunschen im Wald, erste Weihnachtsaufführung der Großen von ihrem Musikkurs (ein Engel-Kerzen-Tanz, hach, ich war ja schon gerührt!) und gestern haben wir bei den Nachbarn gewichtelt (es war gar nicht so einfach, zwei Häuser weiter die syrische Familie zu finden, die wir immer auf der Straße treffen – aber nachdem wir drei verschiedene Klingeln ausprobiert haben – und drei verschiedene Syrer kennengelernt haben – hatten wir dann doch Erfolg!). Wir hatten sogar drei Tage Schnee, zwar bei +2 Grad, aber für einen Schneemann und fünfmal den Hügel im Garten runterodeln hat es gereicht! Das Highlight des norddeutschen Winters!

Wir wünschen an dieser Stelle Frohe Weihnachten und verabschieden uns für die Feiertage!

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With all the blog posts about India, one could get the impression that there is nothing christmassy going on with us right now. It would be a false impression, though, because actually we have been very christmassy since the end of November. We decorated gingerbread houses (already eaten), we baked christmas cookies (already eaten), St. Nicholas was here (sweets already eaten), we got and decorated a beautiful christmas tree at the beginning of December (still standing) and there is some beautiful (and loud) christmas singing going on here. We had mulled wine (without alcohol) at the forest kindergarden and the little one was, for her first time, part of a christmas dance (an angel-candle-dance….I was surprisingly touched!). Yesterday, we were doing a not-so-secret Santa, like we do every year, and it was not easy to find the Syrian family we often meet on the street, but after ringing at three different flats (and meeting three different Syrians), we were successful. We even had three days of snow – with +2° Celsius, but it was enough to build a snowman and to slide down the little hill in our garden five times. It was probably the highlight of the North German winter!

Now, as we are about to dive into the holidays, we wish you all a Merry, Merry Christmas!

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Indien, Tag 6 / India, day 6

(English version follows below)

In dieser Nacht schlief ich wie ein Stein. Das war wirklich mal nötig. Und klug von meinem Körper, denn so hat er ein bisschen Kraft gesammelt, um mich dann nach dem Aufwachen mit Wasserdurchfall vom Feinsten zu beglücken. Hatte es also gestern doch einen Grund, weshalb mir ständig so übel war.

Während ich alle zehn Minuten zum Klo lief, verwarf ich gedanklich meine Pläne für den letzten Tag. Der eigentlich Plan war, mir Old Delhi anzugucken. Den Basar, speziell den Gewürzbasar, die Moschee, eventuell das Fort. Am Abend wollte ich dann meine Freundin treffen und spätabends würde ich zum Flughafen fahren, denn in der Nacht ging mein Rückflug. (Um zwei Uhr nachts. Wie die meisten europäischen Flüge ab Delhi).

Die Aussicht, sich in meinem Zustand ins Gewühle zu stürzen ohne zu wissen, wo die nächste Toilette war, erschien mir wenig verlockend. (Der generelle Zustand der indischen Toiletten machte mir lustigerweise weniger aus. Für alle, die noch nicht in Asien waren: die Kloschüsseln sind in den meisten Fällen direkt im Boden eingelassen, so dass man sich mit geraffter Kleidung drüber hockt, und statt Klopapier gibt es einen Wasserhahn mit Schöpfkelle. Das ist zwar gewöhnungsbedürftig, kann aber, so glaube ich, in vielerlei Hinsicht hygienischer sein. Die Kunst besteht darin, hinterher wieder so trocken zu sein, dass nicht jeder gleich sieht, dass man auf dem Klo war. Da ist es ganz praktisch, dass die traditionellen indischen Gewänder sowieso etwas länger sind. Aber die linke Hand, die sollte man dann wirklich nicht mehr benutzen….).

Schweren Herzens blieb ich also für die nächsten Stunden im Hotel. Ich packte, rannte zur Toilette, aß etwas Banane, rannte zur Toilette, trank etwas schwarzen Tee, rannte zur…

Gegen Mittag kehrte Ruhe ein. Ich warf zwei Immodium Tabletten ein, die ich glücklicherweise dabei hatte und die meine Darmtätigkeit für die nächsten drei Tage auf Eis legten, verabschiedete mich von der netten Hotelbesitzerin  und ihrer Tochter und fuhr zu meiner Freundin. Die hatte nach der Hochzeitsfeier noch zahlreiche post-feierliche Zeremonien mitmachen müssen und hatte inzwischen genug vom Heiraten. Wir machten uns auf, spazierten durch die indische Nachbarschaft und setzten uns in ein modernes Café, um ganz in Ruhe Tee zu trinken und zu quatschen. Nach über vier Jahren war das mal wieder nötig!

Hinterher spazierten wir die bereits dunklen Einkaufsstraßen entlang und suchten nach passenden Mitbringseln für die Familie. Zu zweit ist es übrigens wesentlich angenehmer, die Straßen entlang zu spazieren – man wird viel weniger angesprochen. Wir endeten in einem indischen Supermarkt, wo ich zu meinem Glück vom frisch angetrauten Ehemann meiner Freundin beraten wurde, was die besten indischen Snacks, Süßigkeiten und Gewürzmischungen angeht. Supermärkte in anderen Ländern finde ich immer unglaublich spannend, und ich war froh, dass ich nur mit einem halbvollen Rucksack angereist war.

Im Anschluss fuhren wir mit dem Ehemann und dessen Cousin noch durch die Gegend und praktizierten “Car-o-Bar”. Was schlicht und ergreifend bedeutet, dass man im Auto durch die Gegend fährt und trinkt. Auch der Fahrer. Was ich mit Argwohn beobachtete, aber letztendlich verwarf ich meine Sorgen, denn wir fuhren immer nur um den Block, und das im Schritttempo. Zwischendurch hielten wir bei mehreren Straßenständen, um typische indische Spezialitäten zu kosten. Und ja, mein Magen protestierte merklich, sodass ich leider nur wenige Bissen essen konnte. Das war nun echt Pech.

Gegen 22:30 Uhr verabschiedete ich mich von meiner Freundin und ihrer neuen Familie und machte mich auf den Weg zum Flughafen. Dort döste ich am Gate vor mich hin, während mein Magen vor sich hin grummelte. Um halb drei in der Nacht ging dann endlich der Flieger mit Verspätung los – ein letzter Blick auf das beleuchtete Delhi, und schon war ich wieder auf dem Weg nach Hause.

In Zürich dann Gerenne wegen der Verspätung (der Zürcher Flughafen ist aber auch groß!), und im nächsten Flugzeug gab’s anlässlich des 6. Dezembers einen Grittibänz…da wurde ich zugegebenermaßen etwas sentimental. Noch sentimentaler wurde ich, als mir zu Hause am Bahnhof meine Kinder in die Arme liefen. Und Karsten wurde nach der Woche mit kranken Kindern auch ganz sentimental, als ich endlich wieder da war.

In der nächsten Nacht lag ich im Bett und lauschte. Nichts. Kein Geräusch. Kein ständiges Hupkonzert, keine Musik, kein lautes Gerufe. Einfach nur Stille. So schön!

Mein Fazit? Was für eine Hochzeit! Was für eine Gelegenheit! Und wie schön, dass ich das miterleben konnte! Und Indien? Es heißt immer, entweder man hasst dieses Land, oder man liebt es! Ich glaube, sechs Tage in Delhi sind keine Grundlage für so eine Einteilung. Ich würde sehr gerne nochmal nach Indien fahren, mit mehr Zeit und Ruhe zum Herumzureisen. Mir gefällt das Land, die Farben, die Kultur, und ich habe in dieser kurzen Zeit nur positive Erfahrungen mit den Menschen gemacht. Aber ich würde nicht wieder alleine fahren, sondern mit Karsten an meiner Seite. Denn so viel ich auch früher alleine gereist bin: es ist einfach viel schöner, denjenigen an seiner Seite zu haben, den man liebt und mit dem man sich am liebsten austauscht.

Für die nächsten Jahre bin ich aber voll und ganz zufrieden, mit den Kleinen zusammen Europa zu entdecken. Die großen Abenteuer, die mache ich mit den Kindern, wenn sie ein bisschen älter sind.

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This night, I slept like a log. It was extremely necessary. And apparently very wise of my body, because that way it reloaded the battery so that I had enough strength the next morning to face the world’s finest diarrhea. Seems like there was indeed a reason why I felt so bad the day before.

While I was running to the restroom every ten minutes, I mentally dismissed all my plans for today. The original plan was to drive downtown in order to visit Old Delhi. The bazaar, particularly the spice bazaar, the mosque and maybe the fort. In the evening, I then wanted to meet with my friend and even later I had to go to the airport as my flight home was leaving the next night at 2am (like most flights back to Europe).

However, the prospect of going somewhere without knowing where to find the next restroom was pretty devastating. Though it was really more about the possible distances without a toilet than about the toilets themselves (for everyone who hasn’t been to Asia yet: most toilet bowls are put directly in the ground, so that you hold up your clothes and you squat above the hole, and instead of toilet paper you will find a tap and a ladle. Which is, I believe, in many cases more hygenic than you’d think, but the real art is to get yourself dry enough again so that it isn’t that obvious you just went to the toilet. In this matter, it is quite handy that the traditional Indian dress is long and airy 🙂 But you should keep in mind not to use your left hand, really…)

With a heavy heart, I stayed in the hotel for the next hours. I packed my stuff, went to the toilet, ate some banana, went to the toilet, drank some black tea, went….oh well, you know…

Around lunchtime, I felt better. I took two pills which basically stopped my bowel movement for the next three days, said goodbye to the nice owner of the hotel and her daughter, and went to see my friend. After the wedding, my friend seemed to have endured many more post-celebration ceremonies and she seemed to be slightly fed with the whole marriage business. We went outside, strolled down the streets and sat down in a modern café in order to drink tea and talk. After more  than four years, it felt so good to finally sit and talk again!

Afterwards, we strolled back again and looked for some gifts that I could take home. It is, by the way, much more comfortable to walk down the street when you are not on your own but with someone else, even if the other one is a woman too. We ended up in an Indian supermarket, where the freshly married groom gave me advice on the best Indian snacks, sweets and spice blends. I really love exploring supermarkets in other countries, and I was glad to have arrived with a half-empty backpack (which was full after my visit to the supermarket).

Afterwards, the groom and his cousin introduced me the concept of “car-o-bar”. Which basically means sitting in a car and drinking alcohol. Even the driver, which I first watched with suspicion. But I calmed down when I noticed that we were just going around the block in signalling speed. Two or three times we stopped at some street food stalls as they wanted to introduce me to some delicacies, which was great (and greatly appreciated) but unfortunately my stomach was still protesting so that I ended up eating only a few bites.

Around half past ten, I said goodbye to my friend and her new family, and made my way to the airport. There, I waited at the gate while listening to my stomach (which was making weird noises but otherwised behaved well). At half past two in the morning, my flight finally started – one last view of Delhi at night and off I was, on my way back home.

In Zurich, there was some running around because the flight arrived with delay (and argh, the Zurich airport is incredibly big!), and on the next plane they served a “Grittibänz” to every passenger since it was the 6th of December. The grittibänz made me a bit sentimental. I was even more sentimental when my kids hugged me at the train-station. And after a week with sick children, even Karsten was quite sentimental to have me back home.

The next night, I lay in my bed and listened. Nothing. Not a sound. No constant honking, no music, no loud shouting. Just silence. So good!

My conclusion? What a wedding! What an opportunity! And it was awesome that I actually had the chance to be a part of it!

It is always said that either you hate India or you love it. I feel that six days in Delhi do not form a good enough basis to make a judgement. I would love to go back to India, with more time and peace to travel around. I like the country, the colours, the culture and in this short time I didn’t make any bad experiences. But the next time, I don’t want to travel alone, but I want Karsten at my side. Because even if I travelled alone a lot in the past: it is so much better to have the person you love at your side, so that you can share the experiences.

For the next years, I think Europe offers enough great destinations for us as a family with small kids. The big adventures will come again, that’s for sure, but I prefer them to come when the kids are a little bit older.

 

 

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