ein Vorurteil weniger / one predjudice less

(English version follows below)

Mit meinem Gedächtnis ist es ja momentan nicht so weit her. Da laufe ich heute nachmittag schnell noch mit dem Kleinen im Kinderwagen zum Supermarkt und realisiere dort angesichts der Menschenmassen, dass ja Montag Feiertag ist (was mich übrigens nicht dazu bringt, mehr als einen Laib Brot zu kaufen, der heute abend schon fast aufgegessen ist). An den Kassen sind lange Schlangen und ich fluche innerlich ein bisschen, denn der Kleine ist nicht bester Laune. Als ich dann endlich alle meine Einkäufe aufs Band gelegt habe und an der Reihe bin, merke ich, dass ich mein Portmonnaie zu Hause vergessen habe. Mit rotem Kopf entschuldige ich mich bei der Verkäuferin und sage, dass ich leider alles wieder zurückräumen muss, weil ich kein Geld dabei habe. Echt blöd, denn nun werde ich es bestimmt nicht mehr mit dem Einkaufen schaffen.

Da sagt ein netter Mann hinter mir doch tatsächlich:” Wissen Sie was, ich lege Ihnen das Geld aus!” Ich, etwas überrumpelt: ” Wie, echt jetzt?” “Ja, das mache ich gerne. Sie schicken mir das Geld einfach in einem Briefumschlag zurück – da vertraue ich Ihnen voll und ganz!” Sagt’s, und drückt mir seine Visitenkarte und einen 100CHF Schein in die Hand. Ich bedanke mich überschwenglich, stecke die Visitenkarte in die Tasche, wünsche ein schönes Wochenende und bin ganz baff, dass es tatsächlich noch so nette Menschen gibt.

Draußen schaue ich mir die Visitenkarte an. “Nationalrat”, steht da. Und die Internetadresse des Schweizer Parlaments. Kann einem wahrscheinlich auch nur in der Schweiz passieren.

Und die Ironie des Schicksals: er ist Nationalrat für die SVP. Die Partei, die findet, dass wir Ausländer den Schweizern ihre Sitzplätze in den Zügen wegnehmen. Die Partei, die eigentlich gar nicht will, dass ich als Familienanhang in der Schweiz wohne. Hätte ja gar nicht gedacht, dass es dort so nette Leute gibt!

Gut finde ich sie deswegen trotzdem nicht. Aber das war mal ein richtig schönes Einkaufserlebnis!

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My brain is not working properly these days, I’m afraid. This afternoon, I quickly went to the supermarket with the hobbit in order to do some grocery shopping. The crowds of people made me realise that Monday is going to be a holiday (which somehow didn’t make me buy more than one bread which is by now almost eaten up). There were long queues at the counters and when it’s finally my turn, I realized that I had forgotten my wallet at home. Of course, the hobbit started crying and, while blushing, I apologized to the lady at the till and said that unfortunately I had to return all the products as I forgot my money.

Then the next guy in line smiles and says “No problem. You know what? I’ll pay for you!” “Really??” I asked surprised. “Yes!”, he said, “you simply send me the money back via mail! I wholeheartedly trust you!” and he gave me his business card and a 100 franc note. I thanked him exuberantly, put the business card in my pocket, wished everyone a wondeful weekend and was completely overwhelmed that there are still such nice people left in the world.

Being oustide, I looked at the business card. “National Councillor”, it says. And the homepage of the Swiss parliament. Something like this probably only happens in Switzerland…

And the irony of fate: he is a National Councillor for the SVP. The conservative party that thinks we foreigners are responsible for the lack of seats in Swiss trains. The party that actually doesn’t even want me living in Switzerland because I am “just” an imigrant mother without a proper job. I wouldn’t have thought to meet someone that nice from this party. I still don’t like the party. But this guy most definitely made my day!

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this moment (late)

A single photo capturing a moment from the week. A simple, special, extraordinary moment. A moment to pause, savor and remember. Inspired by SouleMama.

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Der Schweizer Hosenlupf / Swiss sports

(English version follows below)

Von Zeit zu Zeit könnte man ja fast vergessen, dass wir in der Schweiz wohnen. Wären da nicht so ein paar typische Schweizer Eigenheiten. Nicht nur Lindt Schokolade, der Sinn für Ordnung und Sauberkeit und die Volksabstimmungen. Nein, es gibt auch eine ganze Menge Feste, Feierlichkeiten und Sportarten, die einem Nicht-Schweizer teilweise recht archaisch vorkommen.Vor drei Jahre konnten wir zum Beispiel bei uns auf dem Sportplatz die Eringer Kampfkühe in Aktion erleben. Die kämpfen eigentlich um die Vorherrschaft in der Kuhherde bevor sie den Sommer auf der Alp verbringen. Bei uns hatten sie allerdings kein gesteigertes Interesse am Kämpfen, sondern fraßen gemütlich Gras im Kampfring.

Auch heute ging es ums Kämpfen. Heute fand nämlich bei uns in der Nähe das Kantonale Schwingerfest statt. Und nein, es ist nicht das, wonach es für Nicht-Schweizer klingt. Schwingen ist die Schweizer Version vom Ringen. SCHWeizer rINGEN sozusagen (haha). Im Volksmund auch sehr passend “Hosenlupf” genannt. Denn die Schwinger (in dem Fall ausschließlich Männer) tragen eine spezielle Kampfhose, an der der Gegner sich festhält. Und dann geht es darum, den anderen mit dem Rücken auf den Boden zu bekommen. Der Kampf ist gewonnen, wenn der Gegner mit beiden Schultern oder mit 2/3 seines Rückens auf dem Boden liegt. Und es zählt nicht, wenn nur eine Schulter auf dem Boden ist – was dazu führt, dass die Schwinger sich am Ende ungefähr so winden wie unser Sohn, wenn er Nasentropfen bekommt. Eine doch erstaunlich unterhaltsame Sportart. Es gibt auch keine Gewichtsklassen, sodass manchmal echte Hünen gegen Männer antreten, die ihnen gerade mal an die Schulter reichen. Das ist dann recht spannend. Meistens werden die Kleinen einfach hochgehoben und hängen eine Weile in der Luft. Sie gewinnen aber erstaunlich häufig – wir tippen auf die bessere Hebelwirkung!

Der Hauptpreis war übrigens ein Stier. Die anderen Preise waren zwei Kühe, ein Fohlen und zwei Geißen. Aber im Internet steht, dass es mehr um den Ruhm und die Ehre geht als um den Preis. Was Sinn macht, denn ein Stier ist für die meisten Leute in Zürich dann doch eher unpraktisch.

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Der Kleine betrachtet den Trostpreis / The hobbit examines the consolation prize

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Die Hose…../ the pants…

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Entspannung in der Luft….ein klassischer Hosenlupf! / relaxation up high….

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From time to time we’d almost forget that we are living in Switzerland. If there wouldn’t be these special Swiss quirks. It’s not just Lindt chocolate, the Swiss sense of cleanliness and orderliness and the referendums. No, there are plenty more celebrations, festivities and sports which may appear quite archaic if you are not born in Switzerland. For instance, three years ago we were able to see the famous Ehringer fighting cows in action. They normally fight for the leadership of the group before spending the summer up the mountain. When we saw them, they didn’t show much interest in fighting but prefered to graze along  the ring.

Today was about fighting too. But instead of cows there were men fighting. The cantonal competition of a national sport called Schwingen took place near our town today. Schwingen is a Swiss version of wrestling, I guess. The men are wearing a special kind of pants on which they cling to while trying to push their opponent to the ground. The opponent has to touch the ground either with two shoulders or with 2/3 of his back. One shoulder doesn’t count – which leads to exactly the same movements on the ground that the hobbit normally does when we try to get nose drops into his nose. It is a surprisingly entertaining sport! Also, weight classes don’t exist, so sometimes you have real giants who fight against guys who are at least two heads smaller. That’s quite exciting. Normally the small ones are simply lifted up in the air where they are relaxing for a while. But they win suprisingly often – we think it might be thanks to a good leverage.

The top prize was, by the way, a bull. You could also win a cow, a foal or a goat. But I have read that it is more about the glory than about the prize. Which makes sense, because in the end owning a bull in a city like Zurich seems rather unhandy.

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Abendliche Freuden / evening joy

Heutiges Ergebnis meines allabendlichen Fegens im Flur: neu mit Sandkasten- und Reiswaffelfeature!

Todays result of my every evening sweeping: new with sandbox- and rice cake feature!

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Kriechend auf der Zielgeraden… /crawling towards the home straight

(English version follows below)

Zwei Wochen. Nur noch zwei Wochen, dann muss der weltbeste Ehemann mit seiner Doktorarbeit fertig sein. Kurz danach steht dann nur noch die Verteidigung bevor. Und dann noch die ganze Aufarbeitung. Wir sind also auf der Zielgeraden.

Ich würde ja jetzt gerne sagen, dass wir uns dynamisch und sportlich dem Ziel nähern. Auf den letzten Metern des Marathons zwar mit Muskelkrämpfen, aber wir kippen schnell noch eine Flasche Wasser über den Kopf und humpeln mit strahlendem Lächeln an den Reportern vorbei.

Leider ist dem nicht so. Stattdessen sind wir, bildlich gesehen, auf allen Vieren angelangt und kriechen Meter für Meter dem Ziel entgegen. Die nassen Haare kommen nicht von der Wasserflasche sondern vom Schweiß. Und die Muskelkrämpfe spüren wir längst nicht mehr.

Übersetzt heisst das soviel wie: wir zählen die Tage und manchmal auch die Stunden bis endlich wieder etwas Entspannung in den Alltag kommt. Die letzten zwei Wochen haben uns echt an unsere Grenzen gebracht. Zwei kranke Kinder, dazu furchtbares Wetter und Frühlingsferien (sprich alle Veranstaltungen und Betreuungsangebote fallen aus). Die Große hatte erst Fieber, dann Husten und eine Bilderbuch-Rotznase. So richtig schön mit stetigem grünem Schleimfaden. Der Kleine bläst inzwischen auch grüne Blasen aus der Nase. Und bekommt innerhalb von einer Woche anscheinend drei Zähne. Eltern wissen, was das bedeutet. Hinzu kommt eine fette Eifersuchtsphase unter Geschwistern. Karsten schreibt und schreibt und knirscht mit den Zähnen, weil ständig alles umgestellt werden soll. Nach über drei Jahren reicht es langsam mit dem Thema. Und ich kämpfe mit Schwindel und Übelkeit. Vielleicht wegen der immer noch ungewissen Zukunft. Seit zwei Wochen gibt es bei uns vorzugsweise Nudeln und Fischstäbchen. Vom Putzen will ich mal gar nicht anfangen…Und jede Unternehmung kostet mich unglaublich viel Überwindung.

ABER! Aber! Es wird besser. Das eine Kind ist endlich wieder gesund. Das Wetter war heute wundervoll. Wir können wieder rausgehen ohne das erst eine halbe Stunde geschrien wird. Heute waren wir sogar vormittags spazieren und nachmittags mit Freunden  am See zum Eis essen und Kinderzug fahren. Da macht es auch fast gar nichts, dass der Kleine beim Einschlafen schrie wie am Spieß und die Große so ein Theater beim Schlafanzug-Anziehen machte, dass sie ihr Abendessen wieder ausgespuckt hat.

Zwei Wochen. Nur noch zwei Wochen. Und wenn wir uns für die letzten Meter nen Rollstuhl ausleihen müssen.

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Two weeks. Just two more weeks and then the world’s best husband has to be done with his PhD. Shortly after he has to defend it. And he has to write everything up into a final version. We are on the home straight.

I would love to say that we are such a sportive couple and that we are dynamically running towards the finish line. We have some muscle cramps, yes, but we are emptying a bottle of water over our head and look incredibly sexy when winning the marathon.

Yeah. No. That’s not the case. We are, metaphorically speaking, crawling on our knees. It’s not water but sweat dripping down our heads. And we are way beyond noticing all the muscle cramps.

It basically means: we are counting the days and sometimes the hours until we’ll finally have a little bit of relief. Until we can wind down a bit. The last two weeks have pushed us towards our limits. Two sick children, horrible weather and spring break (which means that all the courses and playgroups are cancelled). The little one was first down with fever, and continued with a bad cough and a snotty-nose which could work as a textbook example of a snotty-nose. Really beautiful with a long steady going green drop. The hobbit is blowing green bubbles out of his nose too. And apparently he is getting three teeth within one week. Parents will know what that means. And we are in the middle of a big jealously-phase between siblings. Karsten is writing and writing and grinding his teeth because he has to rewrite everything over and over again. After more than three years, the topic is slowly getting on his nerves. And I am fighting dizziness and nausea. Maybe because of the still not settled near future. Since two week we are preferably eating pasta and fishfingers because I don’t manage to cook properly. I’ll not even start to describe how the flat looks like. And every undertaking costs me quite an effort.

BUT! But. It’s getting better. One kid is well again. The weather was beautiful today. We are able again to go oustide without half an hour of crying and screaming. Today we even went for a long walk in the morning and biked to a nearby lake with our friends in order to eat ice-cream and ride a childrens’ train. It doesn’t even matter that the hobbit screamed for half an hour before going to sleep and the little one threw such a tantrum when putting on her pyjamas that she threw up her dinner.

Two weeks. Just two more weeks. We’ll manage. Even if we have to rent a wheelchair for the last metres.

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Erste Male / firsts

Auch ein erstes Mal: beim Blutabnehmen ein quirliges 8 Monate altes Baby auf dem anderen Arm zu balancieren und aufzupassen, dass es nicht die Nadel aus dem Arm zieht…Mit Kindern steht man doch plötzlich ganz neuen Herausforderungen gegenüber.

Another first: have blood taken from one arm while balancing a lively 8month old baby on the other arm and trying to stop it from grabbing the needle….With kids you suddenly meet completely new challenges, don’t you?

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A single photo capturing a moment from the week. A simple, special, extraordinary moment. A moment to pause, savor and remember. Inspired by SouleMama.

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Happy 1st of May to everyone!! (And no, this is not at all how the weather looked like today. This was a very rare moment earlier this week).

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Food-related memories and your chance to win a book!

(English version follows below)

Sie läuft mal wieder zäh an, diese Buchverlosung. Ein bisschen sind wir das ja schon aus den letzten Jahren gewöhnt, aber verwundern tut es mich da doch immer ein bisschen. Da will man schon mal ein Buch verschenken, und dann fällt es den Menschen anscheinend doch so schwer mitzumachen…..ich mein, man hat ja als Blogger einen kleinen Einblick wieviele Leute täglich vorbeischauen, und ich kann nur sagen: möönsch, Leute, traut euch doch mal! 🙂

Als kleine Aufmunterung (für die Leser, aber auch für mich, denn die letzten Tage sind beiweiten nicht besser, sondern eher noch schlimmer geworden) hier mal ein paar meiner schönsten Erinnerungen ans Essen:

Die opulentesten Essen… gibt es nach wie vor immer noch bei unseren Familienfesten. Da biegen sich wortwörtlich die Tische und es müssen Beistelltische geholt werden, damit das ganze Essen überhaupt Platz findet. Brunch am ersten Weihnachtsfeiertag. Kassler, Berliner und Schlammbowle zu Silvester. Spargel zu Pfingsten. Grillen. Osterbuffet. In meiner Familie steht definitiv keiner hungrig vom Tisch auf. Da macht es auch kaum was, dass mein Vater neulich nach über 40 Jahren Ehe plötzlich gebeichtet hat, dass er keine Kartoffeln mag.

Die sozialsten Essen….hatte ich während meines Auslandsstudiums in Stockholm. Was haben wir da für tolle kulinarische Abende gehabt. Jedes Zimmer im Studentenwohnheim hatte eine kleine Kochnische und jeden Abend haben wir uns in einem anderen Zimmer versammelt. Sei es Kartoffelcurry bei der Inderin, Senfeier bei der Deutschen, French Toast bei der Amerikanerin oder ein leckeres Durcheinander von jedem – diese Abende vermisse ich heute noch!

Eines der schönsten Essen…war während des Studiums eine Einladung von Karsten zum Abendessen bei unserem gemeinsamen nigerianischen Freund. Wir waren ganz frisch zusammen und es war mein erstes afrikanisches Essen. Fleisch mit scharfer Soße und Fufu. Das kleine Zimmer im Studentenwohnheim war rappelvoll, es waren nämlich noch drei weitere Freunde von uns dabei sowie ca 10 nigerianische Freunde, die alle gespannt beobachteten, wie wir uns denn ohne Besteck schlagen würden.

Eines der komischsten Essen….war ein Picknick in Rom. Wir hatten am Morgen Brötchen, Käse, Salami, Tomaten und Chips gekauft und saßen auf einem Platz mit Blick auf Berninis lachenden Elefanten. Nach ein paar Minuten kam eine Bettlerin vorbei und fragte etwas aufdringlich, ob wir Geld hätten. Wir verneinten (leicht genervt angesichts der aufdringlichen Art). Dann zeigte sie auf das Brot. Ja, davon konnte sie was haben. Sie nahm das ganze. Dann zeigte sie auf den Käse. Auch der verschwand komplett in ihrer Tüte. Ebenso wie die Salami und die restlichen Tomaten. Nur die Chips, die haben wir dann selber gegessen.

Das romantischste Essen….war mit Karsten auf Sansibar. Abends im Kerzenschein an einem Tisch direkt am Strand. Leckerer Fisch, Wein, dabei das Rauschen der Wellen und die nackten Füße im Sand.

Das hungrigste Essen…war in Schottland, als wir bei einem Professor von uns eingeladen waren. Die Einladung war etwas ungenau formuliert und wir wussten nicht ganz, was uns erwartete. Wir kamen an und wurden durch die (sehr beeindruckende) Wohnung geführt. Es roch bereits extrem lecker. Wir setzten uns an den Couchtisch und betrieben Smalltalk. Karsten erwähnte mehrmals, wie sensationell das Essen schon riechen würde. Wir bekamen kleine eingelegte Wachteleier als Vorspeise. Dann machte der Professor den Fernseher für uns an, damit wir uns etwas Interessantes anschauen konnten, rief seinen Mitbewohner zum Essen und sie verspeisten das lecker Gekochte zusammen, während wir auf dem Sofa sitzenblieben. Ich verstehe nach wie vor nicht, was da schiefgelaufen ist.

Es gibt ja noch so viele weitere schöne Erinnerungen….aber das würde nun wirklich den Rahmen sprengen. Vielleicht sollte ich einen eigenen Blog mit meinen Lieblingsessen schreiben. So, jetzt aber ihr! Ist wirklich nicht so schwer! Wer bis zum 30. April hier oder dort einen Kommentar zum Thema Essen abgibt, nimmt an der Verlosung für das Kochbuch “Rezepte für ein besseres Wir” teil. Haut in die Tasten!

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It’s going a bit slow with the book raffle this year, isn’t it? I mean, we are already used to it but like in the last years I am a little bit puzzled. Hey, we are giving away a book for free (and a good one that is!), but it still seems to be quite difficult for most of the people to participate. I mean, I do get a small insight regarding the daily visitor numbers of the blog and, well….gee, people, have the heart to comment 🙂

As a small encouragement for both the readers and myself (unfortunately, the last days haven’t been, as hoped, a walk in the park) I will share some food-related memories:

The most opulent food can be found in my family on special days like christmas, New-Years-Eve, Easter or simply a family BBQ gathering. The tables almost break under the food, may that be smoked pork chop, asparagus or a brunch with a little bit of everything. With this much to choose, it doesn’t even matter that after more than 40 years of marriage, my father suddenly confessed that he doesn’t like potatoes.

The most social dinners were during my studies abroad in Stockholm. Almost every evening during that time ended in a social meal. The rooms in the student house included a small kitchenette and normally we took turns with the cooking. May it be the Potato Curry of our Indian friend, the eggs in mustard sauce from our German friend or the French Toast made by our American friend….I still miss these evenings every now and then.

One of the nicest dinners was an invitation from our Nigerian friend during our studies. Karsten and I had only been together for a few days and it was the first time I ate african food. Meat with hot sauce and fufu. The small room of the student house was completely crowded: there were three more friends of ours there and around 10 Nigerian students who eagerly watched how we’d manage to eat without cutlery 🙂

One of the most comical meals was a picnic in Rome. We had bought bread, cheese, salami, tomatos and crisps in the morning and were about to eat them sitting on some steps with a view of Bernini’s laughing elephant. Then a beggar came and asked (quite obtrusive) for money. We didn’t want to give any (as we were a bit annoyed by her obtrusion), but then she pointed at the bread and we offered her some. She took the whole bread and put it in her bag. Then she pointed at the cheese which vanished in her bag as well. So did the salami and the rest of the tomatos. We ended up having crisps for lunch.

The most romantic dinner we had was on Zanzibar. It was a candle-light-dinner, we were among the only guests. The table was right next to the ocean, we had fish and wine and our feet in the sand while we listened to the sound of the waves…..(big sigh)…

And we had our most hungry dinner in Scotland. We were invited to the home of one of our professors. The invitation was a bit vague and when we arrived we first got a tour of the (quite impressive) house and were then placed around the coffee table. It already smelled extremly good and while we were doing a bit of smalltalk, Karsten mentioned several times how exceptional yummy the food smelled. We got small pickled quail eggs as aperitif. Then the professor switched on the TV so that we could watch something interesting. He called his flatmate and the two of them sat down and ate up all the good food while we watched them. I am still not sure what went wrong….

There are so many happy, funny and important food-related moments that come to mind…but it would go beyond the scope of this entry. Maybe I should write a whole blog just about food memories. BUT: now it’s up to you. It’s really not that hard. Simply leave a food-related comment here or here until the end of April and you will automatically have a chance to win the cookbook “Recipes for a better us”. (It’s in German and English!). Good luck 🙂

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Ironie / irony

(English version follows below)

Ironie ist, wenn nach dem Schreiben des letzten Blogbeitrags die nächsten 12 Stunden so aussehen: Kurz nach unserem Schlafengehen wacht der Kleine auf und sucht ständig seinen Schnuller. Um Mitternacht hat er die Nase voll und fängt an zu brüllen. Und zwar für die nächsten zwei Stunden. Lautstark und ununterbrochen. Gegen halb drei sind alle wieder eingeschlafen. Um fünf Uhr wacht der Kleine wieder auf und macht dort weiter, wo er aufgehört hat. Folglich genau 3 Stunden Schlaf für uns. Um sechs Uhr wacht die Tochter viel zu früh auf und ist mies drauf, weil sie nicht sofort mit mir kuscheln kann. Ausserdem hat sie Husten und ich lasse sie zu Hause anstatt in die Krippe. Sehr zu meinem Leidwesen. Allgemeines Gezeter seitens der Kinder für den Rest des Vormittags. Kann ja nur noch besser werden.

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Prime example for irony: if the next 12 hours after publishing the last blog post are as follows. Shortly after our bedtime, the hobbit awakes and is constantly loosing his pacifier. At midnight, he is fed up and starts crying. For the next two hours. Loud and non-stop. Around half past two, everyone is asleep again. At 5am, the hobbit wakes up and is back to square one. Makes exactly 3 hours of sleep this night. At 6am, the little one wakes up (far too early) and starts crying because she can’t immediately snuggle with me. Also, she seems to have a bad cough so I keep her at home instead of bringing her to her one and only daycare morning of the week. Very much to my regret. Perpetual nagging from the kids for the rest of the forenoon. The situation can only improve, I guess.

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Diese Woche…./ This week…

(English version follows below)

…hatte es in sich! Dabei fing sie doch so harmlos an! Aber die Tatsache, dass ich mich kaum noch an die ersten zwei Tage erinnern kann, spricht für sich. Montag war das ältere Kind in der Krippe (einen Vormittag in der Woche können wir uns grad so leisten), das Jüngere hat fein eine Stunde geschlafen. Ich hätte misstrauisch werden sollen. Aber es war halt Montag, da muss man zumindest versuchen den Schein zu waren und so zu tun, als ob die Woche ein Spaziergang wird.

Dienstag wurde das Level dann schon angehoben, kleinere Wutanfälle von Seiten der Tochter, weil sie erst nicht zum Turnen wollte, dann aber doch, nur war es dann leider zu spät. Gut, wir musten eh einkaufen, denn große Ereignisse warfen ihre Schatten voraus. Nachmittags lieber Besuch unserer Freundin mit Sohn, so dass zwei Kleinkinder begeistert die Duplokisten ausräumen konnten.Sehr süß!

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Abends dann kurzer Sms-Austausch mit einer anderen Freundin. Ich bot ihr an, ihren Sohn am Mittwochvormittag zu mir zu holen, weil die Spielgruppe ausfällt. Sie lehnte dankend ab mit der Bemerkung, ich müsste ja am nächsten Tag auch noch arbeiten. Dieser Kommentar ließ mir irgendwie keine Ruhe. Arbeiten? Meinte sie den Kuchen, den ich für den besten und nun 30jährigen Ehemann backen will und der laut Rezept fünf Stunden dauern soll? Schnell verabredete ich mich mit für den kommenden Nachmittag noch mit zwei anderen Freundinnen auf dem Spielplatz. Arbeiten? Kurz vor dem Schlafengehen fiel es mir wieder ein: tatsächlich, ich muss ja am nächsten Tag arbeiten!! (Anmerkung: ich kann mir meine Arbeitsstunden selbst einteilen, nur zu Veranstaltungen muss ich logischerweise vor Ort sein!). So ein Mist.

Am Mittwochvormittag also schon morgens um sieben mit dem Geburtstagskuchen angefangen (eine Schokoladen-Karamell-Tarte), dann viel mit den Kindern gespielt, draußen herumgefuhrwerkt und zum Mittag nahtlose Kinderübergabe an Karsten gemacht (der, wie so oft bei meinen Veranstaltungen, mittags nach Hause kommen muss, weil die Kinder sonst nirgendwo untergebracht werden können. Zur Zeit eher ungünstig, weil er in der Endphase der Doktorarbeit ist). Schnell aufs Fahrrad geschwungen und nach Zürich geradelt, dort im Schweiße meines angesichts zwei Hüpfburgen aufgebaut. Ich musste einen Spielbus-Nachmittag betreuen, an dem die Kinder aus der riesigen Siedlung beim Familienzentrum alle möglichen Fahrgeräte (Pedalos, Hüpfdinger, lustige Tretautos etc) ausprobieren können. Aber es waren eh alle auf den Hüpfburgen. Die jedoch haben ständig Luft verloren, sodass ich alle zehn Minuten runterkriechen und das Blaseteil wieder anschließen durfte. Nach drei Stunden und meheren Streitschlichtungen fließende Übergabe an meine Mitarbeiterin gemacht und schnell nach Hause geradelt, dort schnell einen Kaffee getrunken und mit den Kindern nach draußen zum Spielplatz. Nach geschätzten 80 Kindern, die nur Mist bauen, ist so ein Spielplatzbesuch ja die reinste Erholung! Abends dann die restlichen drei Stunden der Tarte abgearbeitet und den Geburtstagstisch freigeräumt (in der Tat ein abendfüllendes Programm).

Donnerstag wurde es dann langsam happig. Nach einem harmonischen Geburtstagsfrühstück ging der nun 30jährige Ehemann arbeiten.

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Ich hingegen wurde mit Duplo beworfen. Und mit Gieskannen. Und mit Kartonresten. Letzteres war weniger schlimm, aber trotzdem. Es gab viel Geschrei und Geheule. Der Kleine wurde umgeschubst und knallte mit dem Kopf auf den Boden. Daraufhin wurde die Große in ihr Zimmer geschickt. Wo sie dann ihre Wut am Kleiderschrank ausließ. Irgendwie ja auch lustig.

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Das Gezeter ging weiter. Ich musste zweimal innerhalb kürzester Zeit Pipi-Pfützen aufwischen während der Kleine sich in den Schlaf schrie. Nach dem Mittagsschlaf war er zu allem Überfluss auch noch grottig gelaunt und ich saß mehr oder weniger apathisch auf dem Spielplatz. Abends zumindest Entspannung beim Anschauen des neuen Heidi-Films.

Am Freitagmorgen hatte die Große dann Fieber. Und zwar mittags fast 40° Grad. Dementsprechend war die Stimmung. Kann ich ja total  verstehen, aber das macht’s ja auch nicht weniger anstrengend. Nachmittags dann spontan noch ein Arztbesuch, damit vor dem Wochenende eine Blasenentzündung ausgeschlossen werden konnte. Nur leider weigerte sich die Große, in einen Becher zu pinkeln, sodass wir geschlagene 1,5 Stunden im Wartezimmer saßen, obwohl wir eigentlich sofort hätten drankommen können. Naja, irgendwann hat sie dann einen Beutel bekommen und wir sind nach draußen zum Brunnen gegangen und schwuppdiwupp konnten wir wieder rein. War natürlich keine Blasenentzündung. Abends dann Tiefpunkt der allgemeinen Stimmung.

Die Nacht war auch nicht viel besser, denn fiebernde Kinder wachen halt oft auf (in dem Fall stündlich). Am Samstag dann schnell Wäsche waschen, einkaufen und kurz das Badezimmer putzen, denn wir bekamen lieben Besuch aus Deutschland. Auf dem Rückweg vom Einkaufen bekam außerdem mein Fahrrad einen Platten. Der Besuch tat mir ein bisschen leid, denn die Laune der Tochter war auch an diesem Tag absolut grottig und der Sohn beschloss, statt seines Nickerchens am Nachmittag einfach mal 45 Minuten durchzuschreien. Das geplante Geburtstagsgrillen musste wegen Regen abgesagt werden. Inzwischen war dann auch meine Laune wieder auf dem Tiefpunkt. Wie gut, dass der Besuch Tallisker Storm mitgebracht hatte!

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Heute ging es bergauf! Die Schwiegereltern kamen, wir aßen lecker Spargel und die allgemeine Laune war trotz Schneefalls am Morgen wieder besser. Ich konnte ganz entspannt mal zehn Minuten raus und Fotos machen. Das Fieber ist noch da, aber nicht mehr so hoch und ich hege die Hoffnung, dass die nächste Woche vielleicht ein kleines bisschen ruhiger wird. Wär ja auch mal schön.

Dear English readers….you’ll get a short version. Since the post is basically about how nervewracking the whole week had been, I feel the urgent need to end this evening with a wee dram of whisky.

So, this week included plenty of crying and screaming and hurting little brothers. I was attacked with Duplo, with watering cans and with wrapping paper. Sounds funny, but it was the result of an incredibly bad-tempered little one. I almost forgot a work appointment and then had to keep an eye on about 80 roisterous children on a bouncy castle (which I had to built up first and which constantly lost air so that I had to crawl under it every ten minutes to readjust the bellow). I baked a birthday cake which took five hours. I prepared a birthday table and had a beautiful birthday breakfast with the world’s best husband (who is now 30). I had to listen to one-hour tantrums (mainly caused by the little one hurting the hobbit). Then she ravaged her room. The next day she had high fever and we had to go  to the doctor to make sure she doesn’t have a bladder infection. I waited for 1,5 hours because the little one refused to pee in a cup (we would have been able to talk to  the doctor immediately if she would have been cooperative!). My bike had a puncture. Four bags of dirty laundry waited to be washed. I cleaned two wee-puddles within a few hours while  the hobbit was screaming non-stop. We cancelled the birthday party due to rain. But a good friend from Germany came to visit. Unfortunately, the little one, the hobbit and myself were in a really bad mood that day (party caused by a sleepless night due to the fever). But our friend brought Tallisker Storm, so the evening was safe.

Today, everything lightened up  bit. My parents in law came and brought espargus. It snowed and the fever is still there, but the little one was in a much better mood again. I have high hopes that next week will be a walk in the park.

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