ein Donnerstag / a Thursday

(English version follows below)

Ein bisschen schreibe ich hier ja, um auch für mich festzuhalten, was wir so erleben als Familie. Dazu gehört auch der Alltag, in dem ich aber oft nicht zum Schreiben komme. Heute Abend mag ich mich aber nicht mehr zum Arbeiten aufraffen, deswegen kommt mal ein Überblick über diesen ganz normalen Donnerstag bei uns zu Hause.

Karsten’s Wecker klingelt um kurz nach sechs. Ich knipse die Nachttischlampe an, döse aber noch ein bisschen weiter. Nebenan höre ich irgendwann den Kleinen und dann auch die Große – das ist prima, denn dann muss man nicht sofort und höchstaugenblicklich aufspringen und den Kleinen auf den Arm nehmen. Ich schaue schnell nach der Wetterapp, um zu schauen, was die Große heute im Wald anziehen muss, und ein kurzer Blick aus dem Fenster zeigt: es ist mal wieder alles weiß draußen.

Karsten springt, statt wie normal die Kinder anzuziehen, aus dem Haus und stellt die Mülltonnen für die Müllabfuhr an die Straße – das vergessen wir ständig. Dann schwingt er sich um 7:05 aufs Fahrrad und fährt zur Arbeit. Ich mache die Kinder fertig und decke den Frühstückstisch. Das ist zur Zeit entspannt, weil die Kinder gerade am Liebsten Müsli essen. Nebenbei kommt ein Anruf, dass die Große nicht in den Wald sondern in den normalen Kindergarten muss, weil die eine Erzieherin krank ist. Ist mir recht, so haben wir noch etwas mehr Zeit, denn der normale Kindergarten ist praktisch direkt hinter unserem Garten.

Mit Schneeanzug machen wir uns um 8 Uhr auf den Weg, nehmen die Abkürzung durch den Garten und verfolgen dabei eine Katzenspur im Schnee. Es fängt aber schon an, von den Bäumen zu tropfen. Im Kindergarten kriege ich einen Briefumschlag überreicht: der Kleine hat ab Herbst einen Platz in der Waldgruppe, hurra.

Er und ich setzen uns ein Weilchen später ins Auto und fahren ein paar Dörfer weiter um den dortigen Dm zu besuchen. Ich bin ja bekennende Dm-Käuferin. Zur großen Freude des Kleinen gibt es einen Einkaufswagen mit Auto vorne dran – was will man mehr. Am Tollsten scheint aber das Ein- und Aussteigen zu sein, zumindest macht er das ständig. Beim zwanzigsten Mal zähle ich kurz gedanklich bis zehn und begebe mich Richtung Kasse, wo mein Sohn zur Freude der Verkäuferin aus dem Auto rausschaut und ihr freundlich “Duden Daaag!” zuruft. Charmant isser ja.

Auf dem Rückweg klingelt ständig das Handy, während ich durch Regen, Nebel und Schneematsch fahre. Zu Hause stellt sich raus: es geht um morgen Abend. Morgen Abend dürfen Karsten und ich nämlich in die Elbphilharmonie gehen – ein Weihnachtsgeschenk unserer Schwägerin, das uns echt umgehauen hat. Das I-Tüpfelchen dabei wäre, dass wir eine Hotelübernachtung haben und die Kinder bei meiner Schwägerin übernachten (worauf sie sich auch schon sehr freuen, weil sie dann mit ihrem kleinen Cousin spielen können). Aber: Magendarm und Mandelentzündung machen einen Strich durch die Rechnung. Es beginnt ein kleiner Telefon-Marathon, um eine neue Betreuung der Kinder zu finden. Alle haben Termine oder sind krank. Schließlich findet sich aber doch plötzlich noch eine Lösung, nur das Hotelzimmer werden wir wahrscheinlich stornieren. Aber auf das Konzert freuen wir uns schon sehr.

Der Kleine hat während der Telefonierei munter vor sich hin gespielt, er ist sehr vergnügt. Für den kleinen Hunger gibt es warme Milch und ein Milchbrötchen. Es folgt ein Arbeitsgespräch mit meiner Freundin. Und Mittagessen kochen. Und Windeln wechseln. Und Henriette Bimmelbahn angucken. Um halb eins machen wir uns auf den Weg, um die Große abzuholen. Inzwischen ist der ganze Schnee geschmolzen und alles hat sich in eine riesige Matschfläche verwandelt. Die Große kommt uns schon entgegen gesprungen und die beiden Kinder schaffen es, sich auf dem kurzen Weg nach Hause komplett einzusauen.

Es gibt Mittagessen und dann werden aus diversen Windelpacketen Betten und Züge gebaut. Als unlösbarer Streit aufkommt, wer welche Windeln verbauen darf, läute ich die Mittagsruhe ein. Der Kleine kommt ins Bett und schläft schnell ein, die Große macht sich ein Hörspiel an. Ich teste spaßeshalber einen neuen hippen Wach-Mach-Drink (Kakao mit Guarana, Zimt und Kardamom), der voll lecker ist, und versuche, längst überflüssige Emails zu schreiben. Nach 30 Minuten hat die Große genug gehört und leistet mir Gesellschaft. Um drei wecke ich den Kleinen wieder auf und ich muss Vater, Mutter, Kind spielen. Also “Prinzessinen-Baby, Mutter und Schwester”. Ich bin Mutter. Was mir jetzt nur bedingt Spaß macht, vor allem, weil das Prinzessinnen-Baby mit ganz hoher Babystimme redet. Also schlage ich vor, etwas zu backen. Da eine angebrochene Packung Quark weg muss, machen wir Schweinchen. Die werden dann auch bald im Anschluss verzehrt. Dabei kippt ein volles Glas Apfelsaft um, dass leider nicht das letzte für heute sein wird.

Im Anschluss wird draußen mit Straßenmalkreide gemalt und rumgematscht, bis Karsten nach Hause kommt. Dabei wird immer mal wieder gestritten, sehr zum Amüsement der vorbeigehenden Fußgänger. Schön, dass sie zumindest so sympathisch darüber schmunzeln können. Also die Fußgänger. Um kurz nach sechs gehen beide Kinder in die Badewanne und ich versuche, eine halbe Stunde zu Arbeiten, was allerdings durch diverse Beschwerden der Kinder boykottiert wird. Auch beim Abendessen wird rumgequatscht, der Kleine schmeißt erst sein Wasserglas um und kippt mir dann Salat über die Hose, woraufhin ich rausgehe, bevor ich explodiere – Quatsch machen beim Essen ist gerade ein Reizthema bei uns.

Nachdem die Kinder im Bett sind und ich vorgesungen habe, setze ich mich noch schnell ins Auto und fahre einkaufen. Im Regen, aber immerhin ganz in Ruhe.

Und dann ist irgendwann auch mal Schluß.

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One of my intentions of writing this blog is to document our family life and to write down the things we do, so that I can look back once in a while and remember. That includes, of course, our normal daily life but often there’s no time to write about it. This evening, I’m too tired to start working again, so I’ll write down a very normal Thursday instead.

Karstens’ alarm clock starts shortly after 6am. I switch on the light but continue to snooze a little bit. After a while, I hear the hobbit next door, and also the little one – which is great because it means I don’t have to get up and get him right now, immediately, this second. I check the weather online in order to decide on the proper clothes for the little one, and when I look out of the window, it’s white outside.

Instead of dressing the children, which he normally does, Karsten puts the garbage cans in front of our house to be collected- something we always tend to forget. At 7:05am he cycles to work (well, to the train station). I take care of the kids and the breakfast. That’s easy as they are completely into cereals right now. In the meantime, I get a phone call informing me that the little one will spend the morning in the normal kindergarden instead of the forest as one of the teachers is sick. That’s fine for me and gives us a little bit more time since the normal kindergarden is practically right behind our backyard.

At 8am we are on our way, dressed in snow overalls, and we take the shortcut through our backyard, analysing the traces of a cat in the snow. But the snow already starts to melt. At the kindergarden, I receive a letter confirming the hobbits’ placement in the forest kindergarden, starting in September, horray!

A little while later, he and I take the car in order to go shopping. We drive to a town nearby as there’s one of my favorite drug stores.  The hobbit is very happy when he discovers that they have trolleys with integrated children cars. He has a lot of fun, especially when getting in and off the car, which he is doing constantly. After twenty times of getting on and off, I am taking a deep breath and decide that it’s time to leave again. My son is charming the shop assistant at the cash point when he politely leans out of the car and greets her with a happy “Good day!” What a polite and charmin boy I have.

On our way back, the phone is constantly ringing while I am trying to drive through rain, mist and snow mud. At home it turns out that there’s a slight problem concerning tomorrow evening. Tomorrow evening, Karsten and I have tickets for the Elbphilharmonie in Hamburg which was a great christmas gift from his sister. With the ticket came a night at a hotel while the kids would sleep at my sister-in-law – something they were really looking forward to as they love to play with their little cousin. But it seems that a stomach bug and tonsillitis decide to crash our plans. I am having a phone marathon in order to find a babysitter for tomorrow, but somehow everyone is sick or has other plans. Finally, we find a solution even though we might cancel the hotel. But we are so very much looking forward to the concert!

The little one is playing happily here and there, he’s is quite easy-going this morning. There’s a short break for a warm milk and a sweet bread. Followed by a phone call regarding work. And making lunch. And changing diapers. And reading Henriette Bimmelbahn to him. At 12:30pm we get ready in order to pick up the little one. By now, the snow is completely gone and has turned everything in a big muddy puddle. The kids manage to get completely dirty and soaked on the short way back.

We have lunch and then trains and beds are built out of various boxes of diapers. When the kids can’t decide on the rightfull owner of the diapers and start fighting, I decide that it’s time for a lunchtime nap. The hobbit falls asleep quickly, and the little one listens to an audio tape. I am testing a new, cool cacao energy drink with cinnamon and cardamom, which is really yummy, and try to catch up with emails. After 30 minutes, the little one joins me. Around 3pm we are waking up the hobbit and I have to play “Father, Mother, Child”. Well, “Princess baby, Mother and Sister”, to be exact. I’m the mother. Which doesn’t convince me, especially since the princess baby is speaking in a really high baby voice. So I suggest to bake a cake. Or better: pigs. We bake, we eat, and a whole glass full of apple juice falls off the table. Unfortunately, it won’t be the only one today.

Afterwards, our driveway is getting colored with chalk until Karsten comes home. Every now and then, the kids are fighting – very much to the amusement of the people walking by. How nice that people are still smiling about it 🙂 At around 6 pm, the kids are taking a bath and I’m trying to work for half an hour.  Which is not really possible as the kids decide to boycott me. There is a lot of nonsense going on at the dinner table, too, and the hobbit is not only knocking over his glass but he also drops the salad onto my jeans. I’m leaving the table before I explode – nonsense during the meals is a hot topic right now and Karsten and I are getting slightly annoyed by it.

After cleaning the kitchen and singing and saying good night to the children, I am quickly driving to the nearest supermarket to get some stuff for our babysitter tomorrow evening. It’s raining, but at least I can do the shopping in my own pace.

And then it’s time to relax.

 

About erdhummel

Familial entropy - that's an insight into our current life which has been fundamentally changed last summer when our daughter was born. Having studied in Cottbus, Germany, and worked/studied in Edinburgh, Scotland, we momentarily live in a small town in Switzerland where Karsten is trying to save the environment and Freddie is trying to save our sanity. Since there is not much time for elaborate, long emails while doing that, we thought a blog might be a good option to smuggle ourselves into the lifes of our friends.
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