es gibt uns noch! / we are still here!

(English version follows below)

Es gibt uns tatsächlich noch! Zwischen Umzugskisten und Packmaterial finden wir uns so ganz langsam wieder. Es besteht eine kleine Hoffnung, dass wir zu Weihnachten wie geplant gemütlich vor dem Weihnachtsbaum sitzen können. Aber eines sage ich euch: so schnell ziehe ich nicht wieder um!

Da nicht nur im Haus sondern auch in meinem Kopf Chaos herrscht, gibt es diesmal nur ein paar lose aufgeschriebene Gedanken.

  • Es gibt viel zu entdecken hier. Wir haben die erste Tüte Mutzen auf dem Weihnachtsmarkt gegessen. Und Fähren angeguckt. Und Möwengeschrei gehört. Und stromern fast täglich bei uns am See herum. Total schön!
  • Mein Sohn ist ein Chaot! Ersten Ranges. Hab ich ja eigentlich schon gewusst, wird einem aber immer wieder extrem vor Augen gehalten, wenn man mit ihm in neuer Umgebung ist. Er hat einen ziemlich guten Riecher, an welche Dinge er NICHT rangehen soll (und geht natürlich gezielt genau dorthin!). Kisten auspacken geht leider gar nicht. Entweder er steht auf einmal freihändig auf dem Kistenturm mit der Aufschrift “Zerbrechlich” oder er räumt sofort alles wieder aus, was man gerade eingeräumt hat. Sisyphusarbeit!
  • Vier Tage nach dem Umzug haben wir passend zum ersten Advent auch unseren finnischen Adventskalender wiedergefunden. Der war nämlich in einem Kistenturm verschwunden. Für meine Patenkinder kommt er jetzt leider etwas zu spät (er fängt nämlich schon am 1. Adventssonntag an!) An dieser Stelle ein großes Dankeschön nach Finnland!
  • Sieben Tage nach dem Umzug haben wir dafür immer noch nicht die Schrauben für unser Regal gefunden. Und ohne Auto kommt man leider auch nicht so schnell ins entsprechende Möbelhaus. Dabei müssten wir sowieso mal dringend hin, denn es fehlen noch Kleiderschrank, Badezimmermöbel, Schreibtischstuhl, Gardinen und so einiges mehr! Entsprechend stagniert das Auspacken.
  • Gardinen sind vor allem nötig weil unsere Nachbarn (Typ älteres Ehepaar) von ihrem Esstisch aus einen großartigen Blick in unser Wohn- und Esszimmer haben. Anscheinend haben sie sogar extra vor dem Umzug noch die Hecke geschnitten. Und mannoman, die sitzen aber auch oft am Esstisch!
  • Für die Wohnungsübergabe in der Schweiz haben wir eine Putzfirma angeheuert. In diesem Chaos noch die Wohnung auf den Schweizer Sauberkeitsstandard bringen zu wollen, wäre Wahnsinn (ich habe noch nie eine so saubere Wohnung gesehen wie unsere als wir damals dort einzogen!). Aber die Putzfirma mosert rum. Karsten hat nämlich nur “sanitäre Anlagen” angekreuzt und nicht angegeben, dass wir auch ein Gäste-WC hatten. Dass das Gäste-WC gar nicht für Gäste ist, sondern das einzige WC in der Wohnung, scheint nicht zu zählen. Außerdem hatte Karsten “normal verschmutzt” angegeben. Stellt sich raus, dass wir anscheinend in einer “stark verschmutzten” Wohnung gelebt haben. Wir Ferkel, wir! Jetzt müssen wir also noch draufzahlen. 1200 CHF insgesamt. Ich kann da nur noch trocken schlucken.
  • Freitag war schlimm! Also so richtig! Morgens baute ich das Kinderzimmerregal auf und während ich mich zehn Sekunden umdrehte um nach den Dübeln zum Feststecken zu schauen, klettert der Kleine hoch, fällt mit dem Teil um und wird drunter begraben. Der Schock des Jahres, ehrlich. Leute, dübelt bloß die Regal fest, und zwar SOFORT und nicht zehn Sekunden später! Gab erstmal ne halbe Stunde Zittern und Geheule meinerseits und den ganzen Tag strenge Beobachtung des Kleinen. Dann kam der Heizungsmonteur, weil ein Heizkörper nicht funktionierte. Es stellte sich heraus, dass die Umwälzpumpe kaputt war und ausgestauscht werden musste. Dann funktionierte das Druckventil nicht und musste ebenfalls ausgetauscht werden. Als wir schauen wollten, ob die Heizkörper nun laufen, stellte ich fest, dass das ganze Badezimmer mit schwarzem Gammelwasser geflutet war. Der Heizungsmonteur war so nett alles aufzuwischen, während ich mit dem Kleinen auf dem Arm daneben stand und die Große die ganze Zeit murmelte “Das ist aber seeeehr ägerlich!” Das war’s auch, denn unsere ganzen Klamotten, die mangels eines Schrankes auf dem Fußboden lagen waren ebenfalls voll mit Gammelwasser und die Umzugskartons waren durchgeweicht. Als ich zehn Minuten später in die Küche kam um Mittag zu kochen, stellte sich heraus, dass das Wasser auch durch die Wand in die Küche gekommen war. Der Heizungsmonteur kam zum dritten Mal an diesem Tag. Und zum vierten Mal, weil er noch was vergessen hatte. Und dann später noch zum fünften Mal, weil das neue Druckventil Überdruck anzeigte. In der Zwischenzeit lief die Windel des Kleinen aus. Und der Kleine trank in einer unbeobachteten Minute aus dem Wasser mit dem Gammelwasser, den ich noch nicht ausgeleert hatte (mal wieder zehn Sekunden nicht aufgepasst!). Hätte er sich nun übergeben, hätten sich die Ärzte aussuchen können, ob es am Gammelwasser oder am umgestürzten Regal liegt. Am Ende des Tages warteten drei Waschmaschinenladungen auf mich. Die Große hatte nämlich zusätzlich auch noch ein Malheur während des Mittagschlafs gehabt. Und am nächsten Tag sollten wir Besuch aus Finnland bekommen. Passenderweise meldete unsere nigelnagelneue Waschmaschine eine Fehlermeldung und flutete den Kellerfußboden. Und wir stellten fest, dass der Wasseranschluss so alt ist, dass er konstant leckt. In all der Aufregung sind wir dann auch gar nicht mehr dazu gekommen, zu überprüfen, warum es eigentlich unter der Spüle in der Küche dauernd nass ist.*
  • Nach diesem wirklich furchteinflößendem Tag war das Wochenende total schön! Der Besuch unserer Freunde bot uns eine willkommene Pause, es wurde nichts aufgebaut oder ausgepackt, wir haben einfach viel geredet, gespielt und gegessen. Und am Sonntag sogar mit Adventskranz am Frühstückstisch gesessen.

Ihr seht, es wird! Nur die Große vermisst ihre Freunde, glaube ich. Wir haben noch keine Kinder kennengelernt. Aber auch das kommt hoffentlich bald.

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* Unser Freund bat um einen detailierten Bericht mit Bildern von diesem Tag. Es tut mir sehr leid, aber ich habe festgestellt, dass ich weder ein Bild davon habe wie mein Kind mit dem Regal umkippt, noch von dem verdreckten Badezimmer, und auch nicht von meinem Kind wie es aus dem Putzeimer trinkt…

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Yes, we are still here. Between boxes and packing material, we are slowly but steadily finding ourselves again. There is still hope that we’ll enjoy a cosy christmas, as planned. But I tell you one thing: I don’t plan to move again for the next years!

As there is chaos not just in our house but also in my head, I’ll just write down some loose thoughts.

  • There is a lot to discover around our new home. We ate our first bag of Mutzen (some kind of cruller, typical for Northern Germany) at the Christmas market. We watched ferries. And listened to seagulls. And roam around the nearby lake almost every day. It’s really beautiful!
  • My son is a troublemaker! Seriously. I’ve been knowing it for some time, yes, but it’s always when we arrive in a new environment that I am brutally reminded of this fact. He has this gift to always reach for the stuff he shouldn’t touch (and of course he isn’t impressed at all when I tell him not to). Unpacking boxes is impossible. Either he is suddenly standing on top of the box-tower labelled “fragile” or he immediately empties all the shelves that I just filled. It’s a Sisyphean task!
  • Four days after the move we found our Finnish christmas calenders again. They had disappeared in a tower of boxes. Unfortunately, my godchildren will receive them with a small delay (in contrast to other christmas calenders, they don’t start on the 1st of December but on the first Sunday in Advent). I wave a big thank you to Finland at this point!
  • Seven days after our move we still haven’t found the screws for our shelf. And without a car we unfortunately can’t reach a certain furniture store to replace them. And yet we would really need to go there anyway as we are still missing a wardrobe, bathroom shelves, an office chair, curtains and a few things more. Accordingly, the unpacking process is stagnating.
  • The curtains are especially needed because our neighbours (old married couple) have a beautiful view from their dining table right into our living and dining room. We even suspect that they’ve trimmed the hedge just to have a better view. And gee, they seem to sit at their dining table about 70% of the day!
  • For the inspection of our old flat, we hired a cleaning company in order to meet the Swiss Standard of Cleanliness (I remember the cleanliness standard when we moved in. Trying to reach it while moving with two kids is as close to craziness as you can get!). But the cleaning company is complaining. We told them that we had “sanitary rooms” to clean, but didn’t tell them that we also have a guest toilet. It apparently doesn’t matter that it is not actually a guest toilet but our only one. Also, Karsten told them that our flat is “dirty within a normal degree”. But according to them, it is “extremly dirty”. A family of mudlarks, that’s what we are! So we have to pay extra. 1200 Chf all in all. Hopefully a last Swiss financial fleer at us.
  • Friday was awful. Really awful. In the morning, I built up the shelf for the kids room and while I turned around to look for the small thingies to secure the shelf, the hobbit decided to climb it, fell down and was buried underneath it. It was the shock of the year, believe me, followed by half an hour of crying and shaking (I, not the hobbit) and a strict, daylong observation of the kid. Then the heating engineer came as two radiators weren’t working. Turned out that we needed a new circulation pump. Then the pressure control valve wasn’t working and needed to be replaced. When we checked whether the radiators were finally working, we discovered that the whole bathroom floor was covered with dark brown water (coming from the radiator). The heating engineer was so kind to wipe it up while I watched him with the hobbit on my arm and the little one hiding behind my back, murmuring “That’s reeeeaaaally bad!”. And she was right, you know. All our clothes from the last days were lying on the bathroom floor (no wardrobe, remember?) and the bathroom boxes were wet. When I came into the kitchen ten minutes later in order to make lunch, I discovered that the water also made it through the wall right onto our kitchen window shelf. The heating engineer visited us a third time today. And a fourth time as he forgot to install something. And a fifth time because the new pressure control valve showed high pressure. In the meantime, the diaper of the hobbit was leaking. And during another 10 seconds of inattention, he drank out of the bucket with the black radiator water. At the end of the day, there were three loads of dirty laundry waiting for me (additionally, the little one had a little mishap during her lunchtime nap). And the next day, we were expecting our friends from Finland. Fittingly, our brandnew washing machine was showing an error report and flooded our basement floor. And we noticed that tap for the washing machine is too old and therefore constantly leaking. With all that excitement, we didn’t even manage to check why there’s a puddle underneath the kitchen sink.*
  • After this really terrifying day, we actually had a very nice weekend. The visit of our friends was a very welcome break from all the unpacking and repairing – we talked, we played, we dined, we caught up, and had a cosy breakfast (with Advent wreath on the table!).

You see, we are slowly getting there. But the little one is missing her friends, I think. We haven’t met any other children so far. But I hope that we’ll get there soon as well.

 

* Our friend asked for a detailed report with pictures from that day. I am very sorry, but somehow I didn’t find the time to take pictures. I wonder why…

 

About erdhummel

Familial entropy - that's an insight into our current life which has been fundamentally changed last summer when our daughter was born. Having studied in Cottbus, Germany, and worked/studied in Edinburgh, Scotland, we momentarily live in a small town in Switzerland where Karsten is trying to save the environment and Freddie is trying to save our sanity. Since there is not much time for elaborate, long emails while doing that, we thought a blog might be a good option to smuggle ourselves into the lifes of our friends.
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2 Responses to es gibt uns noch! / we are still here!

  1. Karen says:

    Uff…! (Ich sag’ ja – nie mehr im Leben umziehen!!!) Aber ab jetzt kann es nur noch besser werden! 🙂

    Habt eine schöne Adventszeit!

    • erdhummel says:

      Es ist ja auch so, dass man irgendwie versucht, alles mit Logik zu verpacken, und dann sitzt man doch am Ende da und findet nix mehr wieder. Immerhin war ich so klug, auf einem Karton zu vermerken, dass die Herrnhuter Sterne dort drinnen sind 🙂

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